Bekommt die Refik-Veseli-Schule eine gymnasiale Oberstufe?

Die Refik-Veseli-Schule soll eine gymnasiale Oberstufe bekommen. Bisher gibt es dafür aber noch keine Zustimmung des Senats. (Foto: Frey)

Kreuzberg. An der Refik-Veseli-Sekundarschule in der Skalitzer Straße sollen Schüler künftig die Möglichkeit haben, das Abitur zu machen. Das fordert eine Elterninitiative, die mit diesem Anliegen auch vom Bezirk unterstützt wird. Die Entscheidung darüber wurde aber jetzt erst einmal aufgeschoben.

Bildungsstaatssekretär Mark Rackles (SPD) habe für das Frühjahr "endgültige Sicherheit" zugesagt, heißt es in einem Brief, den Schulstadtrat Dr. Peter Beckers (SPD) kurz vor Weihnachten verschickt hat.

Bis dahin war aber noch von einem anderen Zeitplan die Rede. Denn die Senatsverwaltung hatte zuvor durchblicken lassen, dass sie sich bis Dezember 2014 zu diesem Thema positioniert.

Deshalb befürchtet die Initiative, dass die Verzögerung das gesamte Projekt erst einmal auf die lange Bank schiebt. "Wir wollten schon deshalb bis zum Jahresende Klarheit, damit die Schule bei den bis Ende Februar laufenden Anmeldungen bereits auf das Angebot einer Oberstufe verweisen kann", sagt Ute Löhning, Elternsprecherin an der Heinrich-Zille-Grundschule.

Gerade die Grundschulen im Einzugsbereich machen sich für den Zug zum Abitur an der Refik-Veseli-Schule stark. "Viele Eltern würden ihre Kinder dorthin schicken, wenn es diese Möglichkeit gibt", sagt Ute Löhning. Wenn nicht, suchen sie sich andere Alternativen.

Genau das ist derzeit das Problem. Alle Kreuzberger Sekundarschulen haben derzeit weniger Schüler, als sie eigentlich aufnehmen könnten. Das wirkt sich negativ auf die Kosten- und Leistungsrechnung aus und belastet damit den Bezirkshaushalt.

Um mehr Nachfrage zu bekommen müsse das Angebot verbessert werden, ist die Initiative überzeugt. Zumal es bisher an keiner Sekundarschule in Kreuzberg eine Oberstufe gibt. Und im gesamten Bereich SO36 ist es nur am Oberstufenzentrum Handel in der Wrangelstraße möglich, die Hochschulreife abzulegen.

Immerhin sieht auch der Staatssekretär am Standort der Refik-Veseli-Schule ein "hohes Entwicklungspotential". Gleiches gelte auch für die Lina-Morgenstern-Gemeinschaftsschule in der Gneisenaustraße. Allerdings müsse "gegebenenfalls ein neues Kooperationsmodell geprüft werden."

Mit diesen eher kryptischen Aussagen kann allerdings nicht nur Ute Löhning wenig anfangen. "Was die künftige Kooperation angeht, liegen schon lange Vorschläge auf dem Tisch." Jede weitere Verzögerung ändere dagegen überhaupt nichts an der aktuellen Situation.

Ähnlich sieht das auch der Schulausschussvorsitzende Werner Hirschmüller (Bündnis 90/Grüne). Er hat das Thema Oberstufe an der Refik-Veseli-Schule kurzfristig auf die Tagesordnung der ersten Sitzung des Schulausschuss im neuen Jahr am 7. Januar (17.30 Uhr im Rathaus Kreuzberg), gesetzt.


Thomas Frey / tf
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