Kritik an Teilzeitöffnung der Bona-Peiser-Bibliothek

Über die eingeschränkten Öffnungszeiten informieren Hinweise am Eingang der Bibliothek. (Foto: Frey)

Kreuzberg. Die Bona-Peiser-Bibliothek ist seit Ende August, entgegen ursprünglicher Pläne, erneut geöffnet worden. Allerdings, wie bereits berichtet, nur eingeschränkt.

Genutzt werden können die Räume nur am Montag und Donnerstag von 13 bis 18 Uhr. Selbst das ist nicht zuverlässig gewährleistet. Deshalb sollen sich Kunden vor einem Besuch erst einmal telefonisch informieren, ob es wirklich Betrieb gibt.

Nicht nur wegen der reduzierten Zeiten gibt es heftige Kritik von der Bürgerinitiative, die sich in den vergangenen Monaten für den Erhalt des Büchereistandorts eingesetzt hat. Angebote für Schüler würden dort inzwischen ebenfalls nicht mehr stattfinden, beklagte Sprecherin Marianne Hopfer. Außerdem sei die Abteilung für Krimiliteratur, das sogenannte Kriminal-Kabinett, aus der Oranienstraße in die Mittelpunktbibliothek in der Adalbertstraße verlagert worden. Hopfers Fazit: So werde die Bona-Peiser-Bibliothek zu einem langsamen Sterben verurteilt.

Ähnlich klang das auch bei den Vertretern von SPD und CDU im Kulturausschuss der BVV. Der Bezirk betreibe hier eine "Abwicklung durch die kalte Küche", meinte Sozialdemokrat Sebastian Forck. "Wir finden, das deckt sich nicht mit unserem Beschluss von Ende Juni, der nahelegt, dass der Betrieb einigermaßen anständig stattfinden soll." Der Auszug des Kriminal-Kabinetts würde der Bücherei "den Todesstoß versetzen", ergänzte Timur Husein (CDU). Denn dies sei bisher der Publikumsmagnet gewesen.

Dem stimmte auch Kulturstadträtin Jana Borkamp (Bündnis 90/Grüne) zu, zog daraus aber andere Konsequenzen. Die Nutzer der Krimiabteilung kämen in großer Zahl gar nicht aus dem Umfeld der Bona-Peiser-Bibliothek, sondern aus der ganzen Stadt. Um ihnen dieses Angebot weiter ständig zugänglich zu machen, sei es jetzt an einen Standort mit durchgehenden Öffnungszeiten verlegt worden.

Denn über die beiden Nachmittage hinaus könne der Betrieb in der Oranienstraße auf keinen Fall ausgeweitet werden, machte die Stadträtin deutlich. Eher im Gegenteil. Eine der beiden Kolleginnen, die derzeit dort eingesetzt werden, geht im November in den Ruhestand. Ersatz zu finden, sei schwierig. Dazu schränke die seit 3. September geltende Haushaltssperre, den Spielraum weiter ein. "Mein Job war, den Standort zu erhalten, ohne dass es zu Lasten der anderen Bibliotheken im Bezirk geht", erklärte Borkamp. Und Letzteres werde sie auf keinen Fall zulassen.


Thomas Frey / tf
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