Standort in der Oranienstraße bleibt bis nächsten Sommer geöffnet

Kreuzberg. Die Bona-Peiser-Bibliothek in der Oranienstraße ist derzeit geschlossen. Eigentlich sollte sie nicht mehr öffnen. Doch jetzt bekommt sie eine Gnadenfrist.

Vor der Sommerpause stimmten die Ausschüsse für Haushalt und Kultur einem Antrag der SPD-Fraktion zu, der forderte, den Standort zumindest bis Sommer 2015 am Netz zu halten. Die Sozialdemokraten hoffen darauf, dass es bis dahin Veränderungen beim bisherigen Personalabbaukonzept des Senats gibt und weniger Stellen, als die aktuell vorgesehen wegfallen. Dann könnte die Bibliothek auf Dauer erhalten werden.

Kritisch sieht dagegen die verantwortliche Finanz- und Kulturstadträtin Jana Borkamp (B 90/Grüne) diesen Beschluss. Nach ihren Plänen sollte die Bücherei im September endgültig aufgegeben werden. Sie machte noch einmal deutlich, warum dieser Schritt aus ihrer Sicht unumgänglich sei.

Ein Erhalt der Bona-Peiser-Bibliothek bedeute insgesamt Einschränkungen im Angebot anderer Standorte. Außerdem käme es zu einer Verkürzung der Öffnungszeiten. Dabei sei eigentlich geplant gewesen, sie auszuweiten. Dafür gab es auch EU- und Senatsmittel in Höhe von mehr als einer halben Million Euro. Es bestehe die Gefahr, dass dieses Geld zurückgezahlt werden müsse.

Bei reduzierten Öffnungszeiten kämen gleichzeitig weniger Besucher, was sich negativ auf die Kosten- und Leistungsrechnung auswirke. Ganz konkret ausrechen lassen sich schon jetzt die Miet- und Betriebskosten für ein weiteres Jahr in der Oranienstraße. Sie betragen rund 30 000 Euro.

Und natürlich braucht die Bücherei auch entsprechendes Personal. Was wiederum Probleme mit den bisher gültigen Vorgaben des Stellenabbaukonzepts mit sich bringt. Jana Borkamp will vor allem auf Überhangkräfte aus anderen Bezirken zurückgreifen. Gleichzeitig macht sie deutlich, dass trotz dieses Beschlusses der bisherige Betrieb in der Bona-Peiser-Bibliothek auf keinen Fall aufrecht erhalten werden könne. Möglicherweise werde es ganze Tage geben, an denen dort geschlossen ist.

Für den Erhalt der Bücherei hat vor allem eine Initiative rund um die Nachbarin Marianne Hopfer gekämpft, zuletzt mit einem Einwohnerantrag.


Thomas Frey / tf
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