"In unseren Fahrzeugen befinden sich Menschen": Polizei reagiert auf Steinwurfattacken

Autos mit Splitterschutz gehören seit einem Jahr zum Fuhrpark der Polizei. Hier Frank Henkel (rechts) und Klaus Kandt bei ihrer Präsentation. Bei den Übergriffen in der Köpenicker Straße waren die Fahrzeuge aber anscheinend nicht vor Ort. (Foto: Thomas Frey)
Kreuzberg/Mitte. Nach einem Angriff mit Steinen auf mehrere Einsatzfahrzeuge am 22. Januar auf der Köpenicker Straße hat sich die Polizei mit einer emotionalen Nachricht zu Wort gemeldet.

"In unseren Fahrzeugen befinden sich Menschen", heißt es in einem wenige Stunden nach den Attacken auf der Facebookseite veröffentlichten Post.

Unbekannte hatten gegen 2 Uhr früh zunächst einen Wagen des zentralen Objektschutzes während einer Streifenfahrt auf Höhe der Adalbertstraße mit Steinen beworfen. Als kurz darauf weitere alarmierte Funkstreifen eintrafen, wurden auch sie unter Beschuss genommen. Ein Mitarbeiter des Objektschutzes erlitt dabei leichte Verletzungen. Außerdem wurden fünf Autos beschädigt. Die Täter konnten unerkannt flüchten. Die Ermittlungen hat der Staatsschutz übernommen.

Dass sich die Beamten bei ihren Einsätzen bei dem einen oder anderen unbeliebt machen, gehöre zwar zum Berufsrisiko. "Was jedoch gar nicht geht, sind feige Angriffe, wie in der letzten Nacht", heißt es unter anderem in der Botschaft, die allein bis zum 23. Januar mehr als 180 000 Mal aufgerufen wurde. Bei allen Entbehrungen, dafür hätten sich die Kollegen nicht entschieden und würden sich das auch nicht gefallen lassen.

Attacken wie in der Köpenicker Straße sind keine Einzelfälle. Rund ein Dutzend solcher Angriffe wurden in den vergangenen Jahren regelmäßig registriert. Im Januar 2016 haben deshalb der damalige Innensenator Frank Henkel (CDU) und Polizeipräsident Klaus Kandt die ersten Streifenwagen mit sogenannten Splitterschutzfolien vorgestellt. Laut Henkel sollten sie vor allem in Gebieten mit höherem Gefährdungspotential, wie etwa der Rigaer Straße zum Einsatz kommen. tf
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