Warum wurde nicht geräumt? Brand in der Hauptmann-Schule

Berlin: Gerhart-Hauptmann-Schule |

Kreuzberg. In der ehemaligen Gerhart-Hauptmann-Schule an der Ohlauer Straße ist am 29. Januar ein Feuer ausgebrochen.

Die Flammen wurden kurz vor 7 Uhr von einem Wachmann im zweiten Stock des Mittelteils entdeckt. Zwei Wohnungen sind nach ersten Angaben vollständig zerstört. Die Ursache war zunächst noch unklar, möglicherweise handelt es sich um eine fahrlässige Brandstiftung, etwa hervorgerufen durch eine glimmende Zigarette.

Eine Sicherheitsmitarbeiterin brachte Menschen aus dem Haus und erlitt dabei eine Rauchvergiftung. Bei den Geretteten handelt es sich anscheinend um Besetzer aus dem Südflügel. Die rund 100 Flüchtlinge, die regulär in einer von den Johannitern betriebenen Unterkunft im Nordflügel wohnen, waren von dem Brand nicht betroffen.

Durch das Feuer hätte die Gelegenheit bestanden, die Besetzung von Teilen des Gebäudes ein für allemal zu beenden, fand Timur Husein, CDU-Fraktionsvorsitzender in der Bezirksverordnetenversammlung. Dem widersprach Bürgermeisterin Monika Herrmann (Bündnis90/Grüne). Da es keine Schäden im Südflügel gegeben habe, wäre das nicht möglich gewesen. Der Mittelbau sei dagegen abgesperrt worden.

Gegen die noch knapp ein Dutzend Besetzer läuft inzwischen eine Räumungsklage, die am 8. März verhandelt werden soll. Der Bezirk hatte schon mehrfach versucht, diese Bewohner aus dem Gebäude zu bekommen, war damit aber bisher vor Gericht gescheitert. Solange sie sich dort befinden, laufen jeden Monat Kosten, etwa für den Wachschutz, auf.

Geplant ist eigentlich, im Südflügel ein internationales Flüchtlingszentrum einzurichten. tf
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