Ausstellung in der Topographie des Terrors

An den Warschauer Aufstand erinnert eine Ausstellung in der Topographie des Terrors. (Foto: Frey)

Kreuzberg. In der Freiluftgalerie der Stiftung Topographie des Terrors, Niederkirchner Straße 8, wird bis zum 26. Oktober eine Ausstellung zum Warschauer Aufstand gezeigt.

Am 1. August 1944 erhob sich die polnische Heimatarmee der Hauptstadt gegen die Nazi-Besatzung. 63 Tagen dauerte der Kampf, ehe die Aufständischen kapitulieren mussten. Dabei verloren rund 200 000 Menschen ihr Leben. Ein Großteil der Opfer gehörte zur Zivilbevölkerung, die bei zahlreichen Massenexekutionen der SS starben. Die Stadt wurde fast vollständig zerstört.

Die insgesamt 69 Schautafeln stammen aus dem Warschauer Museum des Aufstandes. Sie beleuchten nicht nur die Ereignisse vom Sommer und Herbst 1939, sondern auch die Vorgeschichte und die Nachwirkungen. Warschau, seit 1918 Hauptstadt des wieder gegründeten polnischen Staates, wurde wie das gesamte Land im September 1939 von deutschen Truppen angegriffen. Mit diesem Überfall begann der zweite Weltkrieg.

Als es fünf Jahre später zur Erhebung kam, befand sich die sowjetische Armee bereits wenige Kilometer vor der Stadtgrenze. Sie stoppte allerdings auf Befehl Stalins ihren Vormarsch und leistete keine Hilfe. Dass sich die Polen selbst von der Naziherrschaft befreien passte nicht ins Konzept des Diktators. Vielmehr sollten sie allein von der Roten Armee besetzt und damit Teil des kommunistischen Machtblocks werden.

Auch darauf geht die Ausstellung detailliert ein. Polen befand sich danach 40 Jahre im "Würgegriff Stalins", gegen den es sich häufiger als jeder andere Staat im Ostblock immer wieder zur Wehr setzte. Etwa Anfang der 1980er Jahre, als Massenstreiks zur Gründung der freien Gewerkschaft Solidarnosc führten. Sie gelten heute als erster Auslöser zu jenen Ereignissen, die im Herbst 1989 zur friedlichen Revolution nicht nur in der DDR führten.

Nicht nur deshalb ist diese zweisprachige Ausstellung (deutsch und englisch) ein anschauliche Geschichtsstunde, gerade auch für nachwachsende Generationen. Geöffnet ist täglich von 10 bis 20 Uhr bei freiem Eintritt.


Thomas Frey / tf
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