Eine Fotografin und ein Filmemacher: Doppelausstellung im Willy-Brandt-Haus

Schauspielerin Hanna Schygulla, 1971 von Digne M. Marcovicz portraitiert. (Foto: bpk/Digne Meller Marcovicz)
Berlin: Willy-Brandt-Haus |

Kreuzberg. Zwei Ausstellungen werden am 4. Februar in der SPD-Parteizentrale, dem Willy-Brandt-Haus, Stresemannstrße 28, eröffnet. Beide beschäftigen sich, parallel zur Berlinale, mit dem Thema Film.

Wobei es bei der Hommage an Digne M. Marcovicz nicht nur um bewegte Bilder geht. Marcovicz (1934-2014) machte sich zunächst vor allem als Fotografin einen Namen. Von 1964 bis 1985 portraitierte sie für das Nachrichtenmagazin "Der Spiegel" zahlreiche Persönlichkeiten vor allem aus dem Kulturbereich von Ernst Bloch über Ingeborg Bachmann bis Gerhard Richter. Ihr besonderes Faible galt aber der Filmszene, in der Ausstellung unter anderem vertreten durch Fotos von Rainer Werner Fassbinder, Volker Schlöndorff, Alexander Kluge oder Hanna Schygulla.

Ab den 1980er Jahren arbeitete Digne M. Marcovicz selbst als Dokumentarfilmerin. Ihre Themen waren zum Beispiel der Sexualforscher Wilhelm Reich oder 2003 die Geschichte der Stalinallee, heute Karl-Marx-Allee, in Friedrichshain.

Der Regisseur Hansjürgen Pohland (1934-2014), dem die zweite Ausstellung gewidmet ist, gilt als einer der wichtigsten Vertreter des Neuen Deutschen Films. Er gehörte 1962 zu den Unterzeichnern des sogenannten Oberhausener Manifests, das unter dem Schlagwort "Papas Kino ist tot" inhaltlich eine Neuausrichtung sowie den Bruch mit den bestehenden Produktionsverhältnissen verlangten.

Pohlands bekannteste Regiearbeit ist die 1967 entstandene Literaturverfilmung "Katz und Maus" nach dem Roman von Günter Grass. Nicht nur daraus sind bisher unveröffentlichte Fotografien im Willy-Brandt-Haus zu sehen.

Die Vernissage für die Doppelschau beginnt am 4. Februar um 19 Uhr. Ihr schließt sich ab 21 Uhr eine lange Filmnacht mit Werken von Digne M. Marcovicz und Hansjürgen Pohland an. Beide Ausstellungen laufen bis 11. März. Geöffnet ist Dienstag bis Sonntag von 12 bis 18 Uhr. Der Eintritt ist frei. Für den Zugang ist ein Ausweis erforderlich. tf
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