Investor Piepgras kauft Grundstück hinter dem Rathaus

Kreuzberg. Das zweite Bieterverfahren für das Gelände zwischen Rathaus und Finanzamt, das sogenannten Dragonerareal, ist abgeschlossen. Der Besitzer soll für 36 Millionen Euro den Zuschlag bekommen haben.

Bei ihm handelt es sich um den Immobilieninvestor Arne Piepgras. Piepgras plant auf dem Dragonerareal ein Kunstquartier. Mit Ateliers sowie einem Museum, in dem Bilder des Malers George Grosz (1893-1959) gezeigt werden.

Aber auch den Bau von 250 Wohnungen hat er vorgesehen. Sie sollen von einer städtischen Wohnungsbaugesellschaft errichtet und zu bezahlbaren Mieten vergeben werden.

Kommt es dazu, wäre ein wichtige Forderung erfüllt, die der Bezirk zusammen mit der Senatsverwaltung für Stadtentwicklung formuliert hat. Rund ein Drittel der Wohnungen müssten zu einem Preis unter 7,50 Euro pro Quadratmeter nettokalt angeboten werden.

Diese Vorgabe wurde vor allem wegen des erneuten Bieterverfahrens zum Höchstpreis durch den bisherigen Eigentümer, die Bundesimmobilienverwaltung (BIMA) formuliert. Dieses Vorgehen stößt inzwischen auf massive Kritik. Verlangt wird, dass bei einem Verkauf bundeseigener Immobilien künftig auch andere Kriterien eine Rolle spielen müssen. In der ersten Runde im vergangenen Jahr ging das Dragoner-Areal für mehr als 20 Millionen zunächst an die German Real Estate aus Hamburg. Sie trat Anfang 2014 vom Kauf zurück.

Absegnen muss die aktuelle Vergabe der Haushaltsausschuss des Bundestags. Auch der Bezirk hat noch ein gewisses Druckmittel. Bisher gilt diese Fläche als reines Gewerbegebiet. Sollen dort Wohnungen entstehen, muss der Bebauungsplan geändert werden. Die SPD-Fraktion meint, der Verkauf lasse sich noch verhindern. Sie möchte, dass das Areal zu einer Vorhalte- und Erweiterungsfläche für den möglichen Standort der Berliner Zentral- und Landesbibliothek am Blücherplatz erklärt wird. Das werde seinen Wert mindern und dann sei auch ein Kauf durch Wohnungsbaugesellschaften attraktiv, meinte der SPD-Bürgerdeputierte Volker Härtig.

Selbst der Hinweis, dass das Grundstück inzwischen veräußert wurde, ficht ihn nicht an.


Thomas Frey / tf
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