Mühlenhaupt Museum zeigt Werke von Rudi Lesser

Kreuzberg. Im Mühlenhaupt Museum in der Markthalle am Marheinekeplatz sind noch bis 5. Juli rund 100 Arbeiten des Aquarellmalers, Radierers und Lithographen Rudi Lesser (1902-1988) zu sehen.

Lesser, in Berlin geboren, erregte bereits als junger Kunststudent in den 1920er Jahren Aufmerksamkeit. Seine Karriere wurde mit der Machtübernahme der Nazis jäh unterbrochen. Wegen seiner jüdischen Herkunft und seines Engagements in kommunistischen Kreisen wurde bereits im April 1933 sein Atelier durchsucht und verwüstet. Er emigrierte und landete nach mehreren Exilstationen in den USA, wo er unter anderem eine Professur an der Howard-Universität hatte.

1956 kehrte Rudi Lesser nach Berlin zurück, Anerkennung und wirtschaftlicher Erfolg blieben allerdings aus. Zum einen passten seine Bilder nicht in den vorherrschenden Kunstgeschmack des "abstrakten Expressionismus", zum anderen erlebte er das Schicksal vieler Emigranten, die während der Nazizeit in Vergessenheit geraten waren. Unter ärmlichen Verhältnissen lebte er viele Jahre in einer Wohnung über der Kreuzberger Künstlerkneipe Leierkasten.

Geöffnet ist die Ausstellung Montag bis Freitag 8 bis 20 Uhr, Sonnabend, 8 bis 18 Uhr.

Thomas Frey / tf
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