Tafel erinnert an den "Dustren Keller"

Bernd Schulz, Präsident des Berliner Fußball Verbandes, vor der neuen Informationstafel. (Foto: Berliner Fußball Verband)

Kreuzberg. An der Bergmannstraße 107 wurde am 11. September die erste Informationstafel der sogenannten Fußball Route Berlin aufgestellt.

Sie erinnert an das einstige Lokal "Dustrer Keller", das Ende des 19. Jahrhundert Treffpunkt vieler damals neu gegründeter Fußballvereine war. Außerdem wurde dort im Jahr 1897 der Verband deutscher Ballspielvereine gegründet. Er nannte sich später in Verein Berliner Ballspielvereine um und ist der Vorläufer des heutigen Berliner Fußball Verbandes. Nicht nur deshalb gilt Kreuzberg als die Wiege des Fußballs hierzulande.

Warum sich gerade hier die Kicker trafen, lag am nahe gelegenen Tempelhofer Feld. Auf dem Areal, damals Militärgelände, bekamen sie einige Flächen für ihren Sport zur Verfügung gestellt. Ihr Treiben wurde häufig argwöhnisch von der Bevölkerung beäugt, die darin "Fußlümmelei" oder eine "englische Krankheit" sahen. In Zeiten der Massenbegeisterung für den Fußball ist das kaum mehr nachzuvollziehen. Der "Dustre Keller" war gleichzeitig weitaus mehr als nur eine Vereinskneipe. Ihn nutzten die Spieler auch als Umkleidekabine oder lagerten dort ihre Requisiten.

Die Tafel in der Bergmannstraße informiert über die damalige Verbandsgründung und ihren Stellenwert für die weitere Entwicklung des Fußballs in Deutschland. Die Fußball Route Berlin will weitere 40 Orte in dieser Stadt auf diese Weise erfahrbar machen. Teilweise passiert das bereits im Internet, etwa bei einer virtuellen Überblick vom Brandenburger Tor bis zum Olympiastadion. Eine Rundreise zu den geschichtsträchtigen Fußballstätten gibt es auch als Fahrradtour.

Träger ist der Verein "Sport Kultur", der 2012 auf Initiative des Berliner Fußball Verbandes gegründet wurde. Unterstützt wird das Projekt durch Fördermittel des Europäischen Sozialfonds und der Lottostiftung sowie durch Sponsoring und Partnerschaften unter anderem durch die Stiftungen des Deutschen Fußball Bundes, Hertha BSC und 1. FC Union, die AOK oder das Jüdische Museum.


Thomas Frey / tf
0
Einstellungen für Weiterempfehlungen
 auf anderen WebseitenSenden
Schon dabei? Hier anmelden!
Schreiben Sie einen Kommentar zum Beitrag:
Spam und Eigenwerbung sind nicht gestattet.
Mehr dazu in unserem Verhaltenskodex.