Neue Adresse für das Rathaus: Platz davor soll nach Anne Klein benannt werden

Der Platz vor dem Rathaus soll künftig nach Anne Klein heißen, finden die Grünen. (Foto: Thomas Frey)
Berlin: Rathaus Kreuzberg |

Kreuzberg. Bisher heißt die Anschrift des Rathauses Kreuzberg Yorckstraße 4-11. Sie soll in Anne-Klein-Platz 1-8 umbenannt werden.

Diesen Antrag bringt die Fraktion Bündnis90/Grüne am 8. Februar in die Bezirksverordnetenversammlung (BVV) ein. Sie will auf diese Weise die ehemalige Berliner Senatorin und Frauenrechtlerin Anne Klein (1950-2011) würdigen.

"Anne Klein engagierte sich in der Frauen- und Lesbenbewegung", heißt es in dem vom Grünen Bezirksverordneten Pascal Striebel formulierten Anliegen. "Sie gründete das erste Frauenhaus und das erste feministische Rechtsberatungszentrum mit – natürlich in Kreuzberg", ebenso wie 1978 die erste Anwältinnenkanzlei, die ausschließlich weibliche Mandantinnen vertrat.

Als Parteilose war Klein von 1989 bis 1991 für die Alternative Liste Senatorin für Frauen, Jugend und Familie im rot-grünen Senat des Regierenden Bürgermeisters Walter Momper (SPD). Ein Resultat ihrer Arbeit war das erste Referat für gleichgeschlechtliche Lebensweisen in einer Landesregierung. Anne Klein war damals die erste bekannte Politikerin, die offen homosexuell lebte. Nach dem Ende des Momper-Senats arbeitete sie bis zu ihrem Tod als Fachanwältin für Familienrecht und Notarin.

Mit der Benennung des Rathaus-Vorplatzes soll eine verdiente Vorkämpferin für die Gleichberechtigung der Geschlechter geehrt werden, meinen die Grünen. Da Anne Klein viele Jahre in der Obentrautstraße lebte, gebe es auch einen weiteren direkten Bezug zum Bezirk. Außerdem würden mit dieser Namensgebung Beschlüsse der BVV erfüllt, die Frauen sowie sogenannte LSBTI-Personen (lesbisch, schwul, bi-, trans- und intersexuell) auf diese Weise gewürdigt wissen wollen. Da ausschließlich das Rathaus eine neue Adresse bekomme, seien auch keine weiteren Bewohner an der Yorckstraße tangiert, und der Aufwand und die Kosten würden sich in Grenzen halten.

Es ist davon auszugehen, dass sich zunächst der Kulturausschuss und die Gedenktafelkommission mit dem Anliegen beschäftigen werden. Die Gedenktafelkommission solle bei der Gestaltung des Straßenschildes zu Rate gezogen werden, fordert bereits der Antrag. tf
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2 Kommentare
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Waltraud Both aus Kreuzberg | 07.02.2017 | 23:12  
Ralf Drescher aus Köpenick | 07.02.2017 | 23:35  
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