Sportplatz in der Blücherstraße nach Günter König benannt

Gruppenbild mit neuem Sportplatzschild. (Foto: Thomas Frey)
Berlin: Günter-König-Sportplatz |

Kreuzberg. Die Sportanlage an der Blücherstraße 46/47 heißt seit 5. September nach dem ehemaligen Kreuzberger Bürgermeister (1989-1992) sowie Jugend- und Sportstadtrat Günter König (SPD).

Die Namensgebung fand an Königs erstem Todestag statt. Er war am 5. September 2015 im Alter von 82 Jahren gestorben.

Dass sie möglich wurde, darüber zeigten sich alle Redner bei der Feierstunde erfreut. Auch wenn es sich bisher nur um einen ersten Schritt der geplanten öffentlichen Würdigung handelte. Denn genau genommen steht auf dem Schild nur die neue Bezeichnung des Sportplatzes. Ein weiteres mit Angaben zur Person soll folgen. Da muss aber noch die Gedenktafelkommission zustimmen, die in den vergangenen Wochen nicht getagt hat. Gleiches gilt für ein Erinnerungszeichen, das an Günter Königs Wohnhaus in der Blücherstraße vorgesehen ist.

Dass die Ehrung "ohne parteipolitische Eitelkeiten" über die Bühne ging, wie Sportstadtrat Dr. Peter Beckers (SPD) erklärte, stimmte zumindest nicht durchgehend. Zwar fand der Günter-König-Sportplatz am Ende die nahezu einhellige Zustimmung in der BVV. Zuvor hatte es aber, wie berichtet, einige Diskussionen gegeben. In den Fraktionen von Bündnis 90/Grüne und CDU taten sich manche etwas schwer damit.

Dabei spielte vor allem das Friedrichshain-Kreuzberger Frauenpostulat eine Rolle, also die ausschließliche Neu- oder Umbenennung von Straßen, Plätzen oder öffentlichen Gebäuden nach weiblichen Personen. Weil aber viele Sportstätten bisher noch überhaupt keine Namen haben, gibt es hier noch Luft, um auch Frauen zu würdigen.

Und wem die Bedeutung von Günter König noch nicht bewusst war, der erhielt bei der Feierstunde Nachhilfe vom ehemaligen Regierenden Bürgermeister Walter Momper (SPD). Er erinnerte daran, dass viele Kreuzberger Sportanlagen auf ihn zurückgehen. König habe sich für ihren Bau eingesetzt, ob auf ehemaligem Kasernengelände, Brachen oder Grünflächen. Denn er wusste, der Sport leiste einen wichtigen Beitrag für den Zusammenhalt einer Gesellschaft. Und bei seinen Touren durch die Vereine sei er auch immer nah an den Menschen und ihren Problemen gewesen.

Wie sehr das bis heute nachwirkt, zeigte sich schon daran, dass der Wunsch, den Platz an der Blücherstraße nach ihm zu benennen, vom organisierten Sport ausging. Konkret von Gerhard Worm, dem Vorsitzenden von Eintracht Südring. Unterstützung fand er bei der Arbeitsgemeinschaft Friedrichshain-Kreuzberger Sportvereine. "Es war ein langer Weg", erinnerte Worm noch einmal an die vorangegangenen Scharmützel.

"Mein Vater wäre sehr stolz gewesen", meinte Sohn Thomas König. Würde er noch leben, käme er sicher regelmäßig auf "seinen" Sportplatz. "Und würde schauen, ob das Schild immer sauber ist." tf
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