Vandalen verwüsten Parks

Kreuzberg. Der 1. Mai ist in Kreuzberg einigermaßen ruhig verlaufen. Allerdings nicht für die Reinigungskräfte in einigen Grünanlagen.

Nach der Walpurgisnacht und dem Maifeiertag habe sich vor allem im Görlitzer- und Viktoriapark ein Bild des Grauens gezeigt, berichtet Axel Koller, Leiter der Abteilung Tiefbau und Landschaftsplanung.

"Die Wiesen waren voll mit Scherben. Nur ein Fakir hätte sich dort noch wohlgefühlt." Auch Pflanzen und Sträucher seien von den Vandalen verunstaltet worden. Wie berichtet musste im Viktoriapark die Polizei anrücken und wurde von Randalierern attackiert.

Mit einem Mehr an Müll habe zwar auch sein Amt gerechnet und deshalb für den 2. Mai einen extra Reinigungsgang vorgesehen, sagt Koller. "Aber das Ausmaß hat uns überrascht." Bis zum Abend hätten die Mitarbeiter den Dreck entsorgt und es trotzdem nicht geschafft, alles wegzuschaffen. "Dafür wären wahrscheinlich weitere 20 bis 30 Personen nötig gewesen."

Wie mit solchen Auswüchsen umzugehen sei, darüber müsse jetzt nachgedacht werden, verlangt der Amtsleiter. Schon weil die Putzaktionen zusätzliches Geld kosten, dass er dann an anderer Stelle einsparen müsse. Eine Konsequenz könnte sein, dass vermüllte Anlagen künftig einige Tage geschlossen bleiben, um sie wieder auf Vordermann zu bringen. Auch über ein Flaschenverbot in ihrem Umfeld sei nachzudenken, was aber schwer umzusetzen ist. Ebenfalls wenig Erfolg bringt wahrscheinlich eine Anfrage an den Senat, ob der für den Mehraufwand zusätzliches Geld zur Verfügung stellt. Bleibt noch der Appell an die Fairness der Parkbesucher. Eventuell auch in Form entsprechender Flyer.

Mails, die es nach den Vorkommnissen von Anwohnern gab, würden über diese Forderungen noch hinausgehen, hat Koller festgestellt. "Mehrfach wurde ein Zaun um die Grünflächen verlangt." Aufgefallen ist ihm bei den Nachrichten aus der Bevölkerung noch etwas anderes. "Wenn sich Müll in den Parks türmt, wird normalerweise kritisiert, wir würden ihn nicht schnell genug wegschaffen. Das war diesmal nicht der Fall."


Thomas Frey / tf
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