Ausstellung zum 100. Geburtstag von Willy Brandt

1977 entstand dieses Brandt-Portrait von Konrad Rufus Müller. (Foto: Copyright: Konrad Rufus Müller)

Kreuzberg. Am 18. Dezember wäre Willy Brandt 100 Jahre alt geworden. Daran erinnern derzeit zahlreiche Veranstaltungen in Berlin. Natürlich auch in der SPD-Parteizentrale, dem Willy-Brandt-Haus in der Stresemannstraße 28. Dort wurde wenige Tage vor dem Jubiläumsdatum eine Fotoausstellung eröffnet. Fünf bekannte Bilderjournalisten zeigen ihre Sicht auf den einstigen Berliner Bürgermeister und Bundeskanzler.

Etwa Konrad Rufus Müller, dessen sehr persönliche Portraits im Erdgeschoss zu sehen sind. Oft vor einem schwarzen Hintergrund entstanden, stehen viele dieser Fotos für die eher nachdenkliche, sogar schwermütige Seite im Wesen von Willy Brandt. Einem Mann, der im ganz persönlichen Kontakt nur sehr schwer Nähe zugelassen hat.

Sie konterkarieren mit den Motiven im zweiten Stock, die Brandt meist in Aktion oder zusammen mit anderen Personen zeigen. Manche davon sind inzwischen Teil des kollektiven Gedächtnisses geworden. Etwa Thomas Hoepkers Aufnahmen beim Besuch des sowjetischen Parteichefs Leonid Breschnew 1973 in Bonn. Oder die Szenen im Sonderzug durch Deutschland von Robert Lebeck. Dazu kommen die Momentaufnahmen von Max Scheler und Thomas Hinz. Im Wahlkampf, zusammen mit der Familie, im vertrauten Gespräch oder in großer Runde. Mal heiter, mal nachdenklich, zwischen angestrengt und entspannt. Manche Fotos entstanden vor dem Hintergrund wichtiger politischer oder persönlicher Einschnitte, wie dem Mauerbau 1961 oder dem Rücktritt als Kanzler 1974. Andere sind Inszenierungen ohne konkreten Anlass.

Schwer zu sagen ist deshalb auch, welches Bild als völlig typisch für Willy Brandt stehen könnte. Vielmehr zeigt diese Galerie gerade seine vielen Gesichter. Neben seiner Biografie und seiner politischen Leistung ist das ein weiterer Grund, warum er auch abseits seines 100. Geburtstags und mehr als 20 Jahre nach seinem Tod noch immer als eine der interessantesten Figuren der deutschen Nachkriegsgeschichte gilt.

Die Ausstellung läuft noch bis 1. Februar. Öffnungszeiten: Dienstag bis Sonntag von 12 bis 18 Uhr. Geschlossen ist vom 24. bis 26. Dezember sowie am 31. Dezember und 1. Januar. Der Eintritt ist frei, für den Zugang wird ein Ausweis benötigt.

Thomas Frey / tf
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