Berliner Modellprojekt am Bethaniendamm eingeweiht

Sibel, Zeynap, Govand und Kerstin gehören zum Erzieherteam der neuen Kita am Bethaniendamm. (Foto: Mirjam Dapp)

Kreuzberg. Konzentriert spielt der zweijährige Nikita mit bunten Bauklötzen. Gerade findet die Einweihung seiner Kita statt. Der Trubel um ihn herum interessiert ihn nicht. Auch nicht, dass er Teil eines ganz besonderen Projekts ist.

Am Freitag, 21. Februar, wurde am Bethaniendamm 63-65 die Einweihung eines neuen Kita-Modells gefeiert. Träger sind die Juwo-Kita gGmbH, die eine Tochtergesellschaft des Vereins Jugendwohnen im Kiez ist, und der Verein JaKuS.

Anfang des Jahres hat der Kita-Betrieb begonnen. In drei der vier Stockwerke tollen bereits Kinder umher. Ab März bekommt die Einrichtung ungewöhnlichen Zuwachs. In den vierten Stock ziehen neben einer Erziehungswohngruppe auch Familien ein.

Die Kita bietet Platz für 120 Kinder. Die Kleinsten werden in sogenannten Nestgruppen aufgenommen. Eine Gruppe bestehen aus maximal 13 Kindern. Ab drei Jahren findet die Betreuung in altersgemischten Gruppen statt. Die Einrichtung hat montags bis freitags 6-18 Uhr geöffnet.

Dass in Kreuzberg der Bedarf an Betreuung hoch ist, wird an den Anmeldezahlen deutlich: Die Nestgruppen sind bereits bis 2015 ausgebucht. Ein Elterncafé, Familienbildungsangebote und regelmäßige Diskussionsrunden sollen eine möglichst enge Einbindung der Eltern in den Kita-Alltag ermöglichen.

Für bis zu vier Kinder, die nicht bei ihren Eltern wohnen können, gibt es im Stockwerk über der Kita eine betreute Erziehungswohngruppe. Ein Pädagoge begleitet die Kinder im Alltag und steht ihnen rund um die Uhr zur Verfügung. Ein geregelter Tagesablauf soll ihnen dabei helfen, sich auf ein selbstständiges Leben vorzubereiten.

Auch Eltern, die sich dem Familienalltag nicht mehr gewachsen fühlen, können sich an die Einrichtung wenden. Das Projekt "Triangel" des Jugendhilfe-Trägers JaKuS ermöglicht bis zu fünf Familien in Krisensituationen eine Unterbringung von drei bis zu neun Monaten. Ein Aufenthalt im Projekt soll verhindern, dass die Kinder in eine Pflegefamilie oder sogar in ein Heim müssen. Dabei werden die Familien von insgesamt vier Therapeuten betreut. Wichtig für den Alltag im Projekt ist die Eigeninitiative der Eltern. "Eltern selbst sind doch am besten in der Lage, Konflikte mit ihren Kindern zu lösen", so Frieder Moritz, Geschäftsführer von JaKuS. "Deshalb bleiben sie während dieser Zeit auch voll für ihre Kinder verantwortlich."

Mit der Einrichtung ist es den Trägern gelungen, verschiedene Angebote der frühkindlichen Bildung und der Familienhilfe unter einem Dach zusammenzubringen. In dieser Form ist das in Berlin bisher einzigartig. Finanziert wurde das 3,5 Millionen teure Projekt durch den Träger Jugendwohnen im Kiez und den Senat.

Kontakt zur Kita Bethaniendamm 63-65 unter 695 39 99 70.

Mirjam Dapp / mda
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