Bewohner sollen Sicherheitskräfte unterstützen

Kreuzberg. Neben dem Oranienplatz bleibt auch die besetzte ehemalige Schule in der Ohlauer Straße in weiterer Problemfall in Sachen Flüchtlingspolitik.

Zuletzt hat es im Umfeld des Gebäudes am 8. Januar einen erneuten Vorfall gegeben. Zwei Bewohner waren in der Reichenberger Straße in Streit geraten. Zumindest einer wurde dabei leicht verletzt. Die Polizei war mit einem Großaufgebot vor Ort, verschaffte sich aber dieses Mal keinen Zugang zu dem Haus.

Um solche Vorfälle in Zukunft möglichst zu unterbinden, plant der Bezirk jetzt den Einsatz eines Wachschutzes in der Unterkunft. Vorgesehen sei eine Art "Tandemlösung", erklärt Baustadtrat Hans Panhoff (B 90/Grüne). Bewohner sollen gemeinsam mit Mitarbeitern einer Sicherheitsfirma für Ordnung sorgen. Auf diese Weise erhofft sich der Stadtrat auch eine bessere soziale Kontrolle. "Wer dort lebt weiß am besten, für welche anderen Personen das auch gilt, wer dort nur zu Besuch ist und wer im Haus eigentlich nichts verloren hat." Bisher macht es dagegen bereits Schwierigkeiten, einigermaßen einzuschätzen, wie viele Menschen sich regelmäßig in dem Gebäude aufhalten.

Zusätzliche Kosten

Mehrere Bewohner hätten bereits Interesse signalisiert, beim Wachschutz mitzumachen, sagt Panhoff. Ebenso wie die professionellen Security-Beschäftigten wollen allerdings auch sie für diese Arbeit bezahlt werden. "Wo der Aufenthaltsstatus das erlaubt, werden wir das prüfen." Auf jeden Fall wird diese Idee den Bezirk zusätzliches Geld kosten. Unabhängig davon werde weiter daran gearbeitet, den Besetzern einen Auszug schmackhaft zu machen, macht der Stadtrat deutlich. Wie mehrfach berichtet ist die ehemalige Schule eigentlich als neues Projektehaus vorgesehen. Verschiedene Initiativen sollen dort kostengünstig Räume bekommen. "Diese Idee wird weiter verfolgt und wir hoffen, dass wir in absehbarer Zeit zumindest einen Teil freibekommen."

Eigentlich sollten die Flüchtlinge bereits im Frühjahr 2013 das Gebäude wieder verlassen. Das ist damals nicht passiert und es bleibt die Frage, ob sich die Situation in diesem Jahr wirklich verändert.

Entscheidend sei vor allem, welche Alternativen den Bewohnern angeboten werden können, meint Panhoff. "Nach meinem Eindruck ist es zumindest so, dass die meisten nicht darauf bestehen, unbedingt in diesem Haus zu bleiben."


Thomas Frey / tf
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