Bürgermeisterin stellte Vorhaben auf Bürgerversammlung vor

Kreuzberg. Seit Sommer forciert Bürgermeisterin Monika Herrmann (B 90/Grüne) ihre Idee eines Coffeeshops im Görlitzer Park. Jetzt wurden darüber zum ersten Mal die Bürger informiert.

Am 29. Oktober hatte der Grünen-Abgeordnete Dirk Behrendt zu einer Veranstaltung in den "Kreuzer" im Görli eingeladen. Der Saal war überfüllt. Monika Herrmann machte dort zunächst ihre Beweggründe deutlich. Laut Innensenator Frank Henkel (CDU) habe es in diesem Jahr bereits 113 Polizeieinsätze im Park gegeben. "Trotzdem hat sich nichts geändert. Cannabis wird weiter verkauft." Und selbst wenn einige Dealer für kurze Zeit verschwinden, werde das Problem nur an andere Orte verlagert. Schon deshalb hält sie ihre Coffeeshop-Idee für zielführender. Die Abgabe würde hier staatlich-kontrolliert verlaufen. Die Ware sei nicht versetzt und der Jugendschutz gewährleistet. "Momentan ist es dagegen so, dass auch Kinder und Jugendliche Cannabis bekommen können." Wobei Haschisch und Marihuana ohnehin zu einer Art Alltagsdroge geworden seien.

Das unterstrichen einige Zuhörer, von denen manche bereitwillig über ihre Kiffer-Erfahrungen Auskunft gaben. Aber natürlich gab es auch kritische Stimmen. Anwohner befürchten zusätzliche Probleme für den sowieso schon stark belasteten Park. Ein Coffeeshop würde wahrscheinlich einen weiteren Touristenansturm auslösen. "Warum richten sie den Verkaufsraum nicht in Ihrem Rathaus ein", so ein Einwurf. Und woher soll eigentlich der dann legal vertriebene Stoff kommen?

Das Ziel sei natürlich nicht, Deutschlands einzigen Coffeeshop in Kreuzberg einzurichten, machte Monika Herrmann klar. Aber schon jetzt sei ihre Idee auch in anderen Städten, etwa Hamburg oder Bochum auf Interesse gestoßen. Die Ausgabestelle müsse auch nicht unbedingt in den Görli kommen. "Nehmen Sie diese Bezeichnung einfach als ein Synonym". Klar wurde, bei dem Coffeeshop-Vorhaben handelt es sich um ein Langzeitprojekt, dass voraussichtlich bei der nächsten Sitzung der BVV am 27. November beschlossen wird.


Thomas Frey / tf
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