Die Schließung von Schwimmhallen ist erstmal vom Tisch

Gerüchte hin oder her, das Bad am Spreewaldplatz ist wohl nicht von einer Schließung bedroht. (Foto: Frey)

Kreuzberg. Die Pläne des Bäderbetriebe-Chefs Ole Bested Hensing, bis zu 14 Hallenbäder in Berlin zu schließen, sind wohl vom Tisch. Das zeichnete sich zumindest nach der Aufsichtsratssitzung am 6. September ab.

Die Vorstellungen seien zwar "zur Kenntnis genommen worden", hieß es im Anschluss. Allerdings müssten sie jetzt mit der Verwaltung abgestimmt und in drei bis vier Monaten ein Ergebnis vorgelegt werden. Das wichtigste Ziel dieses Konzepts wurde ebenfalls bereits formuliert. Nämlich, dass die Berliner die Möglichkeit haben, schwimmen gehen zu können und die Bäder für Vereine und Schulen zu erhalten. Von Schließungen sei in diesem Zusammenhang nicht die Rede gewesen, so der Aufsichtsratsvorsitzende, Innensenator Frank Henkel (CDU).

Seine Vorstellungen hatte Hensing vor einigen Wochen zunächst nur vage skizziert, aber schon dafür heftige Kritik bekommen. In Kreuzberg gab es Befürchtungen, dass möglicherweise das Bad am Spreewaldplatz zu den 14 Standorten gehören könnte, denen das Aus droht. "Ich kann nicht ganz nachvollziehen, warum die Bäder Betriebe sagen, ihre Schwimmhallen seien zu wenig ausgelastet", meinte Sportstadtrat Dr. Peter Beckers (SPD). "Denn ich weiß von Vereinen, die dort gerne weitere Zeiten haben möchten, sie aber nicht bekommen."

Vor allem mit zurückgehenden Besucherzahlen sowie einem Sanierungsstau an vielen Stellen haben die Bäder Betriebe ihren Vorstoß begründet. Den Gästen müsste heute mehr geboten werden, als lediglich im Schwimmbecken ihre Bahnen zu ziehen, argumentierte Hensing, der im Frühjahr vom Spaßbad Tropical Island in Brandenburg zur Bäder Gesellschaft gewechselt war. Ähnliche Freizeit- und Wellnessanlagen schweben ihm anscheinend auch in Berlin vor, wo er gerne bis zu fünf solcher Allzweckbäder bauen möchte.

Diese Idee scheint bei der Aufsichtsratssitzung nicht völlig versenkt worden zu sein. Allerdings müsste das Land Berlin dafür eine Menge Geld bereitstellen. Die Kosten für ein Spaßbad werden zwischen 18 und mehr als 30 Millionen Euro taxiert. Eines könnte dann auch auf dem Gelände des Prinzenbades entstehen.

Darauf deutet zumindest die Tatsache hin, dass die Bäder Betriebe die weiträumigen Liegewiesen schon lange für zu überdimensioniert halten und bereits in der Vergangenheit dort andere Nutzungen vorgesehen haben. Sie wurden aber allesamt vom Bezirk zurückgewiesen. Die Bezirksverwaltung akzeptiert im Prinzenbad nur Investitionen, die direkt mit dem Badebetrieb zusammen hängen. Das wäre bei einem Spaßbad gegeben.


Thomas Frey / tf
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