Neun Konzepte für die einstige Toilette liegen vor

Nicht nur die Räume im Untergrund, sondern auch die Fläche auf der Mittelinsel wollen viele Bewerber nutzen. (Foto: Frey)

Kreuzberg. Die Ausschreibung der Toilettenanlage an der Kreuzung Mehringdamm und Yorckstraße erbrachte neun Interessenten. Wie berichtet, soll das unterirdische WC künftig zum Veranstaltungsort werden. Dazu gab es in den vergangenen Wochen ein Bewerbungsverfahren.

Die Vorschläge kommen vor allem aus den Bereichen Kultur sowie soziale und bürgerschaftliche Angebote. Mehrfach wurden Kunstateliers oder ein Ausstellungsraum, teilweise auch in Verbindung mit Lesungen, Konzerten und Theater, als künftige Nutzung genannt. Ein Bewerber möchte eine Art offenen Basar von und für Bürger einrichten. Mit einem Tagungsraum, Fotolabor, einer offenen Werkstatt sowie Duschen und einer Waschmaschine. Dafür will er gleich noch einen Holzpavillon auf der Mittelinsel der Yorckstraße bauen.

Insgesamt planen sechs der neun Konzepte auch mit der oberirdischen Freifläche. Vor allem als Gastronomiebereich. Sieben Bewerber sehen Angebote in Sachen Verköstigung, welcher Art auch immer, ausdrücklich vor.

Ein Einbeziehen des Mittelstreifens stieß im Vorfeld auf Widerstand bei den Grünen und deren Baustadtrat Hans Panhoff. Sie wollten auf diese Weise gleichzeitig das gesamte Projekt in Frage stellen. Denn ohne den Freiluftbereich sei ein lukrativer Betrieb kaum gewährleistet, war der Stadtrat überzeugt. Die anderen Fraktionen sahen das anders und drückten das Bewerbungsverfahren durch. Nach ihrer Meinung sollte zunächst abgewartet werden, welche Vorschläge überhaupt eingehen. Und immerhin gibt es jetzt drei Konzepte, die sich ausschließlich auf die Räume im Untergrund beschränken.

Wer am Ende den Zuschlag erhält, soll in zwei Phasen von einem Auswahlgremium bestimmt werden. Ihm gehören je ein Vertreter der BVV-Fraktionen, ein Mitarbeiter aus dem Bereich Stadtplanung sowie der Baustadtrat an. Zunächst geht es um die inhaltliche Ausrichtung. In einem zweiten Schritt wird abgeklopft, ob die favorisierten Bewerber eine "belastbare ökonomische Kalkulation" vorweisen können.

Denn der künftige Pächter muss sich auf größere Investitionen gefasst machen. Die Toilette ist völlig marode. Heizung, Strom-und Wasserleitungen müssen renoviert, die Räume neu gestaltet und erst einmal entrümpelt werden. Das alles auf eigene Rechnung. Finanzielle Unterstützung aus dem Bezirk, das machte Panhoff noch einmal klar, ist nicht zu erwarten.


Thomas Frey / tf
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