Pläne der Bäder-Betriebe schlagen hohe Wellen

Das Prinzenbad gehört noch immer zu den beliebtesten Berliner Freibädern. Gibt es auf dem Gelände in Zukunft auch ein Hallenbad? (Foto: Frey)

Friedrichshain-Kreuzberg. Die Berliner Bäder-Betriebe (BBB) wollen 14 Hallenbäder in Berlin schließen. Dafür sollen andere Standorte ausgeweitet und das Angebot verbessert werden.

Diese Pläne, die der neue BBB-Chef Ole Bested Hensing am 7. August zum ersten Mal öffentlich machte, haben hohe Wellen geschlagen und sind inzwischen auch von Vertretern der Senatsfraktionen von SPD und CDU kritisiert worden. Welche Bäder geschlossen werden sollen, soll erst am 6. September bei einer Sitzung des Aufsichtsrats verkündet werden. Umso heftiger schießen die Spekulationen ins Kraut.Sie betreffen auch das 1987 eröffnete Kreuzberger Bad am Spreewaldplatz. Die Freizeitschwimmanlage mit Wellenbad, Plansch- und Sprudelbecken, Sauna und Gymnastikraum könnte eine der Anlagen sein, die auf der Streichliste stehen. Sie hat zum einen hohen Sanierungsbedarf. Außerdem rückläufige Besucherzahlen. Die Angebote an vielen Standorten seien nicht mehr lukrativ, so begründete Hensing seinen Vorstoß. Deshalb kämen weniger Gäste. Und statt marode Hallen auf Vordermann zu bringen, sei es billiger, neue attraktive Badelandschaften zu bauen.

Ein solches modernes Wasser- und Wellness-Areal könnte deshalb auf dem Gelände des Prinzenbades entstehen. Zwar will das bisher ebenfalls niemand bestätigen, aber einige Anzeichen deuten darauf hin. Das Prinzenbad gehört noch immer zu den publikumsstärksten Berliner Freibädern. Am bisher heißesten Wochenende dieses Jahres am 26. und 27. Juli kamen dort etwas mehr als 6000 Gäste. Fünfstellige Besucherzahlen wie in früheren Zeiten werden allerdings kaum noch erreicht.

Deshalb hatten die Bäder Betriebe bereits in der Vergangenheit einige Ideen, wie Teile der ausgedehnten Freiflächen zweckentfremdet werden könnten. Zunächst sollten dort Wohnungen gebaut werden. 2011 gab es während des Sommers das Modellprojekt mit sogenannten Schlafboxen. Die Container wurden an Touristen, aber auch Berliner vermietet. Beiden Vorhaben zeigte der Bezirk allerdings die rote Karte. Die Baupläne wurden abgelehnt, die Übernachtungsboxen erhielten keine langfristige Genehmigung. Nur Investitionen, die direkt mit dem Badebetrieb zusammenhängen, würden dort akzeptiert, so die Linie der Verantwortlichen in Friedrichshain-Kreuzberg. Diese Auflage wäre erfüllt, wenn die Bäder Betriebe auf dem Gelände zum Beispiel ein Hallen- und Spaßbad errichten würden.

An anderer Stelle ist die Bädergesellschaft bereits beim Bezirk vorstellig geworden. Nämlich in Sachen Baerwaldbad. Das Baerwaldbad gehört seit einigen Jahren nicht mehr zum Bestand der Berliner Bäder Betriebe, sondern wird vom Verein TSB Berlin betrieben. Aber auch dort sind Zeiten für das Schul- und Vereinsschwimmen reserviert. Diese Nutzer wollten die Bäderbetriebe jetzt in das Bad in der Friedrichshainer Holzmarktstraße umleiten, wie Sportstadtrat Dr. Peter Beckers (SPD) der Berliner Woche mitteilte. "Wir haben das aus mehreren Gründen erst einmal abgelehnt." Zum einen sei der Vorstoß erst wenige Tage vor dem Ende der Sommerferien gekommen und schon deshalb kaum noch umzusetzen gewesen. Außerdem leuchtete dem Stadtrat nicht unbedingt ein, warum Schüler, die zu Fuß zum Baerwaldbad gelangen können, künftig nach Friedrichshain gekarrt werden sollen. "Vor allem aber kann ich die Argumentation der BBB nicht nachvollziehen, es gebe noch Platz in ihren Schwimmhallen", sagt Beckers. "Denn ich weiß zum Beispiel von einigen Vereinen, die dort gerne mehr Termine hätten, sie aber nicht bekommen." Diese Diskrepanz müssen die Bäder Betriebe auch vor dem Hintergrund ihrer aktuellen Pläne noch beantworten.


Thomas Frey / tf
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