Planungen auf dem Dragonerquartier als öffentliches Verfahren

Kreuzberg. Im vergangenen Jahr erhielt die ABR German Real Estate AG aus Hamburg den Zuschlag für den Kauf des Areals der ehemaligen Dragonerkaserne am Mehringdamm und der Obentrautstraße. Sie plant dort den Bau eines Wohn- und Gewerbegebiets.

Allerdings blieb nach einer Präsentation des Investors im Ausschuss für Stadtplanung am 2. Oktober unklar wie die Pläne konkret aussehen. Und das sei bewusst so gewollt, machte ABR-Vorstand Arne Olofsson deutlich. Denn sein Unternehmen wünsche ein offenes Dialogverfahren, bei dem parallel zur Einleitung des Bebauungsplanes die weiteren Schritte in mehreren öffentlichen Veranstaltungen erarbeitet werden sollen. Als eine Art Mediator hat sich der Eigentümer Florian Schmidt ins Boot geholt, der in ähnlicher Funktion Jahren bereits bei den geplanten Bauvorhaben rund um den Blumengroßmarkt in der südlichen Friedrichstadt unterwegs war.

Wie aus einem von Schmidt verteilten Papier hervorging, hat es bis September bereits zwei nichtöffentliche Workshops mit verschiedenen Akteuren gegeben. Dabei gab es Konsens, dass hier ein Mischgebiet mit Wohnungen und Gewerbeflächen entstehen soll. Aber das war eigentlich schon vorher klar. Zu den jeweiligen Anteilen besteht dagegen noch "Klärungsbedarf". Ähnliches gilt für die Baudichte, etwa die Höhe der einzelnen Häuser. Diskutiert wurde außerdem ein öffentlicher Zugang über das Rathausgelände zum Dragoner-Areal.

Nicht nur das wurde von einigen Bezirksverordneten eher zurückhaltend aufgenommen. Die gesamte Vorlage sei "eine Spitzenleistung an Belanglosigkeiten", wetterte beispielsweise der SPD-Bürgerdeputierte Volker Härtig. Die ABR habe rund 20 Millionen Euro für den Kauf des Grundstücks an die Bundesimmobilienverwaltung bezahlt. Schon dieser Preis spreche dafür, dass sich der Eigentümer eigene Vorstellungen habe, wie er es entwickeln möchte.

Ein Einwand, den Baustadtrat Hans Panhoff (B 90/Grüne) nicht nachvollziehen konnte. Bisher habe es bei vielen Bauvorhaben den Vorwurf der Intransparenz gegeben. Hier werde jetzt ein offenes Verfahren versucht und das sei manchen ebenfalls nicht recht.


Thomas Frey / tf
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