SPD-Fraktion präzisiert ihre Pläne für das Yorckdreieck

Kreuzberg. Am 12. Februar findet ab 19 Uhr in der Havelland-Grundschule, Kolonnenstraße 30, die Bürgerversammlung zum geplanten Hellweg-Baumarkt am Bahnhof Yorckstraße, beziehungsweise alternativer Baupläne an dieser Stelle statt.

Wie berichtet hat die SPD-Fraktion in der BVV Friedrichshain-Kreuzberg am 23. Januar bei einer gemeinsamen Sitzung mit dem Stadtplanungsausschuss aus Tempelhof-Schöneberg überraschend angekündigt, dass sie das Hellweg-Vorhaben ablehnt und auf den letzten Metern vor der Baugenehmigung noch stoppen möchte. Statt eines Baumarktes soll nach ihren Vorstellungen hier ein Wohn- und Dienstleistungsquartier entstehen.Mittlerweile haben die Sozialdemokraten ihre Pläne etwas präzisiert. Nach einer ersten Skizze der Architekten Franke und Kohler könnten auf dem Areal rund 300 Wohnungen entstehen. Entlang der Yorckstraße soll es vor allem Geschäfte und Büros geben. Vorgesehen sind Gebäude mit bis zu sieben Stockwerken. Gerade eine solche massive Bebauung wollte vor allem Friedrichshain-Kreuzbergs Bürgermeister Dr. Franz Schulz (B 90/Grüne) verhindern und machte sich deshalb für den Baumarkt stark.

"Unsere Vorstellungen nehmen lediglich die Traufhöhe der gegenüberliegenden Straßenseite auf", meint dagegen John Dahl (SPD), Vorsitzender des Stadtplanungsausschuss Friedrichshain-Kreuzberg. Auch das Thema Lärm, ebenfalls ein Argument gegen Wohnungsbau an dieser Stelle, lässt er nicht so ohne weiteres gelten. "An der Yorckstraße wohnen ja auch schon jetzt viele Menschen." Außerdem sollen die Wohnungen vor allem im Innern der Fläche entstehen, zusätzlich von Lärm geschützt durch die Dienstleistungsgebäude an der Straße. Als Blaupause verweisen die Genossen auf ein ähnliches Vorhaben am Hauptbahnhof in Zürich in der Schweiz. Dort entstand auf einem etwa gleich großen Gelände ein neues Wohn- und Gewerbequartier direkt an den Gleisen. "Wenn das in Zürich bei weitaus größerem Zugverkehr umgesetzt werden könnte, warum dann nicht auch an der Yorckstraße?"

Ihren Vorstoß will die SPD aber vor allem als Beispiel für eine veränderte Wohnungsbaupolitik verstanden wissen. "Wir sind der Ansicht, dass Neubau und Nachverdichtung unerlässlich ist, wenn man der immens gesteigerten Nachfrage und der damit einhergehenden Mietpreisexplosion gerade in Friedrichshain-Kreuzberg entgegentreten möchte", macht John Dahl klar.

Umstritten bleibt allerdings weiter, ob sich die Hellweg-Pläne überhaupt noch stoppen lassen und welche Konsequenzen, etwa Entschädigungen, das möglicherweise nach sich zieht. Auch unabhängig davon versuchte Hellweg zuletzt sein Bauvorhaben mit weiteren Zugeständnissen zu retten. Wie Sportstadtrat Dr. Peter Beckers (SPD) am 30. Januar in der BVV Friedrichshain-Kreuzberg mitteilte, ist das Unternehmen inzwischen nicht nur bereits, den geplanten Sportplatz auf dem Baumarktdach einzurichten, sondern auch nach etwa zehn Jahren für die Sanierung des Kunstrasenplatzes aufzukommen. Nach dieser Zeit ist das Spielfeld normalerweise abgenutzt.

Was am Yorckdreieck endgültig passieren soll, darüber sollen vor allem die Bürger bei der Versammlung am 12. Februar ihre Meinung abgeben. Die SPD will ihre Pläne dort detailliert vorstellen.


Thomas Frey / tf
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