Umbau der Bergmannstraße nicht ohne Verkehrsberuhigung

Kreuzberg. Die Bergmannstraße ist eine von drei Straßen in Berlin, bei denen die Senatsverwaltung für Stadtentwicklung das Modellprojekt einer Begegnungszone ausprobieren will.

Dagegen gibt es im Bezirk zwar keine grundsätzlichen Einwände. Allerdings soll dieses Vorhaben mit einer anderen Forderung verknüpft werden. Nämlich eine gleichzeitige Sperrung der Zossener Straße im Bereich der Kreuzung Bergmannstraße für Autos. Dadurch soll der Durchgangsverkehr von der Friesen- über die Zossener Straße und weiter in Richtung Innenstadt künftig unterbunden werden. Bereits seit 2011 wird dieses Anliegen im Bezirk verfolgt. Es wurde jetzt auf Antrag der SPD-Fraktion am 4. Dezember einstimmig im Ausschuss für Umwelt, Verkehr, Klimaschutz und Immobilien im Zusammenhang mit der Begegnungszone noch einmal einstimmig bekräftigt.

Gast in der Sitzung war auch Horst Wohlfarth von Alm von der Abteilung Straßenplanung der Senatsverwaltung. Er machte klar, dass der Wunsch nach weniger Verkehr in der Friesenstraße nicht Teil des Konzepts Begegnungszone sein könne. Es spreche zwar nichts dagegen, diese Idee weiter zu verfolgen. Sie werde aber sicher nicht gleichzeitig mit der Begegnungszone umgesetzt. "Wenn die BVV das als einen Ausschlusspunkt sieht, müssen wir uns ein anderes Pilotprojekt suchen."

Begegnungszone bedeutet, dass eine Straße so umgebaut wird, dass alle Verkehrsteilnehmer gleichberechtigt sind. Das heißt vor allem für die Autofahrer erhöhte Aufmerksamkeit und reduzierte Geschwindigkeit. Wie das im Einzelnen erreicht werden kann, soll im Rahmen eines Bürgerbeteiligungsverfahren geklärt werden, das voraussichtlich im zweiten Halbjahr 2014 beginnt. Angedacht ist zum Beispiel eine Verengung der Fahrbahn zugunsten breiterer Gehwege.

Wenn mit der Begegnungszone nicht auch Verkehrsprobleme in der Umgebung angegangen werden, bleibe das ganze Stückwerk, so der Tenor im Ausschuss.

Für dieses Projekt hatte sich der Bezirk übrigens explizit beim Senat mit der Bergmannstraße beworben. Darauf verwies auch Baustadtrat Hans Panhoff (Bündnis90/Grüne).


Thomas Frey / tf
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