Polizei informierte über Gefahren rund um den Görlitzer Park

Aufklärung am U-Bahnhof. Die Polizisten Ramona Ritter und Tobias Blazy. (Foto: Frey)

Kreuzberg. Wer am Nachmittag des 23. Oktober an der Station Görlitzer Bahnhof auf des U-Bahn stieg, wurde dort am Ausgang von mehreren Polizisten erwartet.

Allerdings machten die Beamten dieses Mal nicht Jagd auf Dealer, sondern verteilten Flyer, die auf Gefahren in dieser Gegend hinweisen.

"In jüngster Zeit gab es zahlreiche Fälle, bei denen Käufer von Drogen aus dem Park gelockt wurden, angeblich, weil ihnen ein besonders guter Stoff angeboten werden soll", berichtet Kerstin Ismer, Sprecherin der Direktion 5. Danach wurden sie dann abgezockt, im schlimmsten Fall ausgeraubt. Eine weitere Masche ist den Ermittlern zuletzt aufgefallen. Parkbesucher werden angetanzt und dann umarmt oder angefasst. Alles mit dem Ziel sie zu bestehlen.

Zu beiden Delikten gebe es zwar mehrere Anzeigen, sagt Kerstin Ismer. "Aber wir gehen davon aus, dass die Dunkelziffer noch weitaus höher liegt." Denn viele Geschädigte würden sich aus nahe liegenden Gründen nicht melden. Wer plump auf den Umarm-Trick hereingefallen ist, findet das häufig peinlich. Und wer bei einem vermeintlichen Drogenkauf geleimt wurde, hat selbst eine Straftat begangen.

Mit ihrer Aktion wollte die Polizei vor allem verhindern, dass Menschen in so eine Situation geraten. Und wenn doch, ist ein Notruf unter 110 immer noch die beste Lösung.

40 Beamte haben zwischen 12 und 19 Uhr insgesamt 4000 Flyer verteilt. Und das nicht nur im Görlitzer Park und an vielen seiner Eingänge, sondern auch auf der Straße, in Lokalen, oder am U-Bahnhof. Die Informationen waren zweisprachig, in deutsch und englisch, abgefasst.

Er registriere ein großes Interesse, sagte Kriminaloberkommissar Tobias Blazy, der zusammen mit seiner Kollegin Ramona Ritter am Görlitzer Bahnhof im Einsatz war. Denn viele Passanten hätten von den aktuellen Ganoven-Methoden bisher noch nichts gehört. Das gilt auch für Chris Lübbe, der sich von Tobias Blazy ebenfalls ein Flugblatt in die Hand drücken lässt. Vielleicht sollten die Menschen insgesamt etwas mehr auf mögliche Gefahren achten, überlegt er. Dann werden sie nicht so schnell Opfer. Auf jeden Fall sei es gut, dass die Polizei auch in Richtung Aufklärung Präsenz zeige.

Einige Dealer schien der ungewöhnlichen Auftritt der Beamten dagegen etwas zu irritieren. Eine große Zahl an Einsatzkräften, die es aber gar nicht speziell auf sie abgesehen hatte. Zwischen Bahnhof und Park waren während der Verteilaktion weitaus weniger Drogenanbieter als sonst zu sehen. Auch die sonst übliche Ansprache des Laufpublikums unterblieb weitgehend.


Thomas Frey / tf
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