Baumwurzeln schädigen den Kunstrasen

Gerhard Worm (links) und Siegfried Domke sind besorgt über die Pappelschäden auf dem Sportplatz. (Foto: Frey)

Kreuzberg. Pappeln sind an vielen Stellen im Bezirk ein Problem. Auch auf dem Sportplatz an der Gneisenaustraße.

Dort sorgt deren Wurzelwerk inzwischen für Unebenheiten auf dem Kunstrasen. Es sei zu befürchten, dass deshalb demnächst ein Schiedsrichter ein Spiel nicht anpfeift, sagt Gerhard Worm, Vorsitzender des dort beheimateten Vereins Eintracht Südring. Zumal die Schäden wahrscheinlich in den kommenden Wochen noch größer werden, ergänzt Platzwart Siegfried Domke. "Sie verlaufen teilweise direkt entlang der Kunstrasennaht."

Dass die Pappeln jetzt auch das Fußballfeld in Mitleidenschaft ziehen, ist relativ neu. Schon länger machen allerdings die Wurzeln dieser Baumart auf dem Gelände des Vereinsheims Ärger. Deshalb verlangten in der Vergangenheit mehrere Anträge des SPD-Bezirksverordneten Frank Vollmert sowie des CDU-Fraktionsvorsitzenden Götz Müller in der BVV, sie zu fällen.

Das ist aber nicht passiert. Schon deshalb nicht, weil die Kosten 15.000 bis 20.000 Euro betragen würden, sagt Baustadtrat Hans Panhof (Bündnis 90/Grüne). Zu viel Geld, nur um einige Unebenheiten zu beseitigen.

Vollmert und Müller sehen das anders, Der Verein habe die Fläche vom Bezirk gepachtet. Also sei der als Eigentümer auch für das Ausbessern der Schäden verantwortlich.

Eintracht Südring ist im vergangenen Jahr selbst tätig geworden und hat Wurzeln unter den Bodenplatten entfernt. Das sei unter fachlicher Anleitung geschehen, sagt Gerhard Worm. Aber letztendlich sei das nur eine temporäre Hilfe, so lange die Pappeln bleiben.

Sollten dagegen die Wurzelschäden auf dem Sportplatz wirklich so akut sein, wie dargestellt, sieht auch Panhoff Handlungsbedarf. "Ich werde mir das in Kürze selbst anschauen". Bisher liege ihm nur eine Stellungnahme des Grünflächenamts aus dem Jahr 2014 vor. Sie kam zu der Ansicht, dass das Spielfeld nicht in Mitleidenschaft gezogen sei.

"Ich bin kein Fan von Pappeln und wehre mich auch nicht generell dagegen, sie abzuholzen", stellte der Stadtrat klar. Allerdings nur dann, wenn wirklich Gefahr im Verzug sei. Etwa bei einer möglichen Platzsperre. Aber selbst wenn es jetzt schnell Einigkeit darüber gibt, dass die Bäume weichen müssen, läuft die Zeit davon. Denn Fällungen sind uneingeschränkt nur noch bis Ende Februar erlaubt. Danach geht das bis Oktober lediglich in Ausnahmefällen.


Thomas Frey / tf
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