Bezirk will Sportanlage in der Züllichauer Straße erwerben

Der Sportplatz an der Züllichauer Straße gehört bisher der BIMA. Die sträubte sich lange gegen einen Verkauf, scheint aber jetzt ihre Meinung zu ändern. (Foto: Thomas Frey)
 
Ungefähr 17 000 Quadratmeter groß ist das Sportplatzareal an der Züllichauer Straße. (Foto: Thomas Frey)
Berlin: Sportplatz Züllichauer Straße |

Kreuzberg. In Friedrichshain-Kreuzberg gibt zu wenige Sportplätze. Und nicht jede Anlage gehört bisher dem Bezirk. Etwa die an der Züllichauer Straße.

Dort könnte sich das jetzt ändern. Denn der bisherige Eigentümer, die bundeseigene Immobilienverwaltung BImA, ist jetzt anscheinend bereit, die Fläche zu verkaufen. In Kürze soll es zu einer Wertermittlung des Areals kommen, berichtete Sportamtsleiterin Michaela Schulte im zuständigen Ausschuss am 11. Mai. Den Kaufpreis für das 17 000 Quadratmeter große Sportgelände taxierte sie auf eine Summe knapp unter einer halben Million Euro.

Die Möglichkeit, das Grundstück in den eigenen Besitz zu bringen, sollte auf jeden Fall genutzt werden, fanden Mitglieder mehrerer Fraktionen. Es gebe lediglich die Alternative Kauf oder Verlust, meinte der SPD-Bezirksverordnete Frank Vollmert. Letzteres könne sich der Bezirk schon wegen der angespannten Sportplatzsituation nicht leisten.

Woher kommt das Geld?

Bleibt die Frage, woher das Geld für den Erwerb kommen soll. Auch da gibt es bereits konkrete Vorschläge. Einen Teil des Preises will eine Mehrheit im Sportausschuss durch die unvorhergesehenen Einnahmen aus dem Formula E-Rennen decken. Die WM-Ausscheidung der Elektroflitzer am 21. Mai, die außer auf der Karl-Marx-Allee auch am Strausberger Platz und der Lichtenberger Straße und damit in Teilen von Friedrichshain ausgetragen wird, beschert dem Bezirk nach Angaben von Wirtschaftsstadtrat Dr. Peter Beckers (SPD) wahrscheinlich einen Geldsegen in Form von Straßennutzungsgebühren in Höhe von rund 180 000 Euro. Friedrichshain-Kreuzberg profitiert also von dem Spektakel, obwohl es die Politik dort einhellig ablehnt.

Die weiteren 300 000 Euro sollen aus dem Bezirkhaushalt beigesteuert werden. Nachfragen aus der Grünen-Fraktion, wo sich diese Mittel im Etat finden lassen, konterte Frank Vollmert mit dem Hinweis, im Bezirksetat seien schon ganz andere Summen für außerplanmäßige Aufgaben aufgebracht worden. Wahrscheinlich dachte er dabei an die Kosten für die besetzte Gerhart-Hauptmann-Schule.

Völlig marode Anlage

Mit dem Kauf allein ist es aber nicht getan. Denn der Sportplatz ist nach allgemeiner Übereinstimmung völlig marode und muss dringend saniert werden. Dafür sollen jetzt entsprechende Fördertöpfe angezapft werden.

Eine Reparatur hätte schon längst einmal passieren können, kritisierte die grüne Bezirksverordnete Jutta Schmidt-Stanojevic. Bereits in den vergangenen Jahren habe es dazu einige Anträge gegeben.

Das sei bisher nicht möglich gewesen, antwortete Peter Beckers. Eine Sportanlage, die sich nicht im Bezirks- und damit im Landesbesitz befinde, bekomme kein Geld zum Beispiel aus dem Sportanlagensanierungsprogramm des Senats.

Dass sich der Ausschuss, bei Enthaltung der Grünen, für den Kauf und dabei auch für die Verwendung der Formula E-Mittel aussprach, wertete der Stadtrat als Rückendeckung. Ob sich das durchsetzen lasse, wäre aber nicht sicher. Denn gerade bei den Mehreinnahmen durch das Autorennen gebe es auch andere Ideen, wie dieses zusätzliche Geld ausgegeben werden könnte. tf
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