Dogukan Yorulmaz will als Jugendleiter bei Türkiyemspor für Erfolge sorgen

Dogukan Yorulmaz verfolgt als Jugendleiter ehrgeizige Ziele. (Foto: Frey)

Kreuzberg. Der Traditionsverein Türkiyemspor lieferte zuletzt eher Negativschlagzeiten. Das Insolvenzverfahren ist noch nicht abgeschlossen. Aufsichtsratsmitglieder schieden aus. Die Querelen will der Verein jetzt mit einer Offensive im Nachwuchsbereich kontern. Ende Januar wurde Dogukan Yorulmaz als neuer Jugendleiter verpflichtet. Obwohl erst 24 Jahre alt, hat er bereits erfolgreich bei mehreren Vereinen gearbeitet. Mit ihm sprach Berliner Woche-Reporter Thomas Frey.

Wie kam es zu Ihrem Einstieg bei Türkiyemspor?

Dogukan Yorulmaz: Ich war hier schon 2007 Jugendtrainer, hatte wieder Interesse und wurde auch für den Posten vorgeschlagen. Der Verein liegt mir am Herzen.

Was haben Sie sich vorgenommen?

Dogukan Yorulmaz: Ich finde, dass im Jugendbereich mehr passieren sollte. Wir haben zwar rund 300 Nachwuchskicker, aber außer in der D-Jugend spielen wir in keiner Altersklasse in der höchsten Berliner Liga. Ich will hier wieder konkurrenzfähige Teams aufbauen.

Wie soll das konkret aussehen?

Dogukan Yorulmaz: Indem ich Ziele vorgebe und die Spieler und vor allem die Trainer motiviere. Es muss klare Strukturen geben und jedem klar sein, wohin wir wollen. Die vielen Ehrenamtlichen, die sich hier engagieren sollen das Gefühl haben, dass ihre Arbeit geschätzt wird. Sie werden auch die Möglichkeit bekommen, sich weiterzubilden. Und ich will einen durchgehenden Teamgeist inspirieren, die Identifikation mit dem Verein, an dessen große Erfolge wir zumindest im Jugendbereich schnell wieder anknüpfen wollen.

Das klingt nach einem ziemlichen Leistungsprinzip. Bedeutet das, dass nur noch Jugendliche mit einigen fußballerischen Fähigkeiten erwünscht sind?

Dogukan Yorulmaz: Nein, natürlich wird es weiter in jedem Alter Mannschaften geben, in denen es nicht um Ambitionen an die Spitze geht. Aber ich möchte, dass gute Spieler entdeckt und gefördert werden. Und dass sich manches Talent deshalb überlegt, zu uns zu kommen. Auch wenn der Verein sehr breit aufgestellt ist. Was die Mitglieder verbindet, sind noch immer die Erfolge aus der Vergangenheit.

An die wollte Türkiyemspor auch in jüngster Zeit anknüpfen. Die Rechnung ging sportlich nicht auf, finanziell führte sie in die Insolvenz.

Dogukan Yorulmaz: Das bezieht sich auf die erste Mannschaft. Ich rede vom Jugendbereich. Bei uns geht es auch nicht um massig Geld, schon gar nicht aktuell. Aber ich denke, wenn wir uns hier mit einigen schlagkräftigen Teams präsentieren, dann werden wir auch für Sponsoren interessant. Und im besten Fall liefern wir in einigen Jahren den Nachwuchs, mit dem es auch bei den ersten Herren wieder aufwärts geht.

Auch mangels Erfolge hat Türkiyemspor zuletzt sein gesellschaftliches Engagement herausgestellt. Was - Stichwort Zusammenarbeit mit dem Lesben- und Schwulenverband - im Desaster endete. Stehen solche Aktivitäten also künftig nicht mehr im Fokus?

Dogukan Yorulmaz: Von außen betrachtet habe ich das immer skeptisch gesehen. Ich finde, ein Sportverein definiert sich zunächst durch den Sport. Was nicht bedeutet, dass wir deshalb keine gesellschaftlichen Positionen beziehen. Die können wir bereits durch unser Auftreten deutlich machen. Aber sie sollten nicht die eigentliche Arbeit überlagern.

Welche Zeit geben Sie sich, bis Ihre Vorgaben sichtbare Erfolge zeigen?

Dogukan Yorulmaz: In zwei Jahren sollen unsere B-, und C-Jugend den Sprung in die höchste Berliner Spielklasse geschafft haben.


Thomas Frey / tf
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