Drama mit Happy End: Das Baerwaldbad darf wieder öffnen

Halle geschlossen. Dieser Hinweis am Eingang des Baerwaldbades wird demnächst entfernt. (Foto: Thomas Frey)
 
Mehrmals gab es im vergangenen Jahr auch Vor-Ort-Termine im Baerwaldbad. (Foto: Thomas Frey)
Berlin: Baerwaldbad |

Kreuzberg. Die mehr als einjährige Schließung des Baerwaldbades neigt sich dem Ende. Das Gesundheitsamt hat dem Betreiber bestätigt, dass er die Auflagen aus dem gerichtlichen Vergleich erfüllt habe.

Damit steht einer Wiederinbetriebnahme nichts mehr im Wege. Und ein seit Frühjahr 2015 andauerndes Drama findet seinen Abschluss.

Im März 2015 hatte des Gesundheitsamt die kleine und im Mai die große Schwimmhalle in der Baerwaldstraße geschlossen. Begründet wurde das mit hygienischen Mängeln sowie möglichen Gefahren für die Gesundheit.

Ein wichtiges Thema war dabei die Schimmelbildung im Bad und die Frage ihrer Ursache. Die Gesundheitsbehörde vermutete die Belüftungsanlage als Auslöser und zeigte sich auch von Gutachten, die zu einer anderen Auffassung kamen, nicht überzeugt. Unter anderem deshalb zog der Betreiber, die TSB Wasserratten, schließlich vor Gericht.

Hinhaltetaktik vom Gesundheitsamt?

Parallel dazu wurde das Baerwaldbad zum Gegenstand der Auseinandersetzung im Bezirk. Eine ansonsten nur selten gemeinsam agierende Koalition bestehend aus den Fraktionen der SPD, Linken, CDU und Piraten sah eine Hinhaltetaktik des Gesundheitsamtes am Werk und warf Bürgermeisterin Monika Herrmann (Bündnis 90/Grüne) als politisch Verantwortliche für den Gesundheitsbereich vor, sie lasse das Amt in nicht mehr nachvollziehbarer Weise agieren. Bei einer so sensiblen Frage wie der Gesundheit könne und wolle sie keine Vorgaben machen, konterte wiederum die Bürgermeisterin.

Das Gerichtsverfahren endete mit einem Vergleich, der dem Betreiber einige Auflagen erteilte. So hatte er unter anderem für entsprechende Reinigungspläne und die Sicherstellung der Wasserqualität zu sorgen. Proben und Gutachten fanden aber zunächst nicht den Segen der Gesundheitsverantwortlichen. Mehrere Begehungen im Bad hat es gegeben, die letzte am 21. Juni.

Jetzt scheinen also endlich alle Vorbehalte aus der Welt geräumt zu sein. Das hätte man auch schon viel früher haben können, ist der SPD-Bezirksverordnete Frank Vollmert überzeugt. "Die unnötig lange Schließzeit hat den Betreiber in seiner Existenz bedroht und den Bezirk eine hohe fünfstellige Summe gekostet."

Diese Summe war im Sommer 2015 vor allem von den Fraktionen der Baerwaldbadfreunde durchgesetzt worden. Dabei ging es darum, dem TSB Wasserratten zumindest den technischen Betrieb in der Schwimmhalle weiter zu ermöglichen. Denn der Verein war wegen fehlender Einnahmen an seine finanziellen Grenzen gekommen.

Datum steht noch nicht fest

Im Dank von Wasserratten-Chef Dietmar Kersten für die "anhaltende politische Unterstützung" war deshalb wohl auch diese Zuwendung eingeschlossen. Und darüber hinaus der Rückenwind, den es nicht nur aus der BVV, sondern auch im Schul- und Sportamt sowie durch viele ehrenamtliche Helfer gegeben habe. Ohne diesen Einsatz wäre das Bad über die Schließzeit nicht zu halten gewesen, erklärte Kersten nach der positiven Nachricht.

Wann der Betrieb wieder aufgenommen wird, dazu wollte er zunächst kein konkretes Datum nennen. Auf jeden Fall wieder geöffnet sei nach dem Ende der Sommerferien. Dann können die Schulklassen dort endlich wieder ihren Schwimmunterricht aufnehmen. Möglicherweise werde es aber schon zuvor einige Badeangebote geben. tf
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