Bei Begegnungszone Bergmannstraße dominiert Ablehnung

"Begegnungszone - Nein Danke". Diese Protestplakat hängt inzwischen in vielen Schaufenstern in der Bergmannstraße. (Foto: Thomas Frey)
 
Kreisverkehr statt Ampel? Für diese Idee an der Zossener Straße gab es zwar eine Menge Zustimmung, aber auch hier noch mehr Ablehnung. (Foto: Thomas Frey)
Berlin: Bergmannstraße |

Kreuzberg. Die Begeisterung über die geplante Begegnungszone in der Bergmannstraße hält sich weiter, gelinde gesagt, in Grenzen. Deutlich wurde das zuletzt nach dem am 8. März beendeten Online-Dialog sowie einem weiteren Bürgerworkshop, der kurz zuvor am 4. März stattgefunden hatte.

Beim virtuellen Beteiligungsverfahren gab es für alle zur Diskussion gestellten möglichen Umgestaltungspläne mehr ablehnende als zustimmende Voten. Wie bereits berichtet, konnten dort jeweils drei Varianten für drei Abschnitte der Bergmannstraße bewertet werden. Nämlich der Bereich am Gesundheitszentrum, zwischen Nostitz- und Solmsstraße sowie die Kreuzung an der Friesen- und Zossener Straße. Hier fand zwar die Idee eines Kreisverkehrs immerhin 97 Befürworter. Allerdings dominierten auch hier mit 148 die Nein-Stimmen.

Ähnlich negativ bewertet wurden die Alternativen auch bei vielen Teilnehmern des Workshops im Columbia-Theater. Und selbst der Hinweis, dass es sich hier nur um Vorschläge handle, hielt manche nicht davon ab, das gesamte Vorhaben in Frage zu stellen.

Verwiesen wurde dabei auch auf den inzwischen fertiggestellten Umbau der Maaßenstraße in Schöneberg. Sie war das erste Pilotprojekt im Rahmen der Begegnungszone. Statt Lebendigkeit gebe es dort jetzt Tristesse, wird kritisiert. "Bitte keine zweite Maaßenstraße", lautet deshalb eine immer wieder geäußerte Forderung für die Bergmannstraße.

Sie kommt nicht zuletzt von Geschäftsleuten. Einige von ihnen machen inzwischen mit einer Flugblattaktion gegen die Begegnungszone mobil. Sie bedeute "ein Modellvorhaben mit unsicherem Ausgang", dessen Zeche Anwohner und Gewerbetreibende, aber nicht die Planer bezahlen. Zwar seien kleine Veränderungen wie zusätzliche Zebrastreifen oder mehr Sicherheit für Fußgänger und Radfahrer denkbar. Aber bleiben solle hier eine ganz normale Straße. "Wir wollen weder zu Statisten einer imagebetriebenen Beteiligung werden, noch Versuchskaninchen in einem Planspiel sein, dass den gewachsenen Charakter der Bergmanntraße erheblich beeinträchtigen wird."

Etwas anders klingt das wiederum bei der Initiative "Leiser Bergmannkiez". Sie hat inzwischen eine weitere Idee für den Umbau vorgelegt. Demnach sollen die Gehwege künftig von jeglicher anderen Nutzung, etwa Außenplätzen von Gaststätten, freigehalten werden. Für sie, aber auch als Fahrradabstellplatz, Ladezonen oder Raum für öffentliche Sitzmöbel ist dagegen ein sogenannter "multifunktionaler Streifen" zwischen Bürgersteig und Fahrbahn vorgesehen. Dafür würden allerdings die bisherigen Parkplätze wegfallen und die Fahrbahn schmaler werden. Die Bergmannstraße sollte deshalb als Fahrradstraße ausgewiesen werden.

Wie dieser Vorschlag aufgenommen wird, muss sich in den kommenden Wochen ebenso zeigen, wie insgesamt der weitere Fortgang des Verfahrens. Die bisherigen Einwände und Meinungsäußerungen sollen jetzt ausgewertet und bei einer weiteren Veranstaltung dann konkrete Ergebnisse präsentiert werden. Was bedeutet, dass zumindest bisher am Ziel einer Begegnungszone festgehalten wird. tf
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