"Mein Hoffi" ist der neue Späti: Getränkefirma probiert neues Konzept im Graefekiez

Informationen vom Weinberaterautomaten. Auch das gibt es im neuen "Mein Hoffi". (Foto: Guido Leifhelm)
Berlin: Mein Hoffi |

Kreuzberg. Was aus dem bisherigen Getränke Hoffmann-Laden in der Graefestraße 21 wird, war zuletzt sogar Thema einer Anfrage in der BVV.

Die Antwort: Dort gibt es auch nach dem Umbau eine Filiale der Firma für Flüssigkeiten aller Art. Allerdings in einem etwa anderen Gewand.

Denn die am 26. Februar wieder eröffnete Dependance läuft jetzt unter dem Label "Mein Hoffi". Dahinter verbirgt sich ein neues Kiezladen-Konzept, das Getränke Hoffmann in der Graefestraße das erste Mal ausprobiert.

Neben dem bisherigen Sortiment von Sekt und Wein über Bier, Saft und Wasser bekommt der Kunde dort jetzt auch noch weitere Produkte, zum Beispiel Nudeln, Sandwiches, Snacks oder Coffee to go. Dazu wurde das Getränkeangebot um Spezialitäten wie Craft Beer erweitert. Auch zusätzliche Informationen, etwa welcher Wein zu welchem Fleisch passt, sind Teil der "Mein Hoffi"-Strategie. Ebenso wie die verlängerten Öffnungszeiten bis in den späten Abend.

Mehr als Getränke

Der Ausgangspunkt war die Frage, was künftig mit den eher kleineren, innerstädtischen Läden von Getränke Hoffmann passieren soll. Denn sie stehen in Konkurrenz nicht nur mit Supermärkten, die bis in die Nacht geöffnet haben, sondern auch mit den Spätkauf-Anbietern.

Der Späti hat auch bei "Mein Hoffi" Pate gestanden. Dessen persönliche Atmosphäre will das Unternehmen mit der Professionalität eines Lebensmittelladens verbinden. Beides zusammen ergebe ein kieznahes Angebot, nicht nur für die Bewohner, sondern ebenso für Laufkundschaft und Touristen. "Wir möchten auch die erreichen, die nicht mit dem Auto in eine große Filiale fahren können", sagt Geschäftsführer Mario Benedikt.

Umgesetzt wurde der Kiezladen-Prototyp von der Kreativagentur dan pearlman. Findet die Idee Anklang, könnte sie auch an anderen Standorten umgesetzt werden.

Mehr Leben im Kiez

Für den Graefekiez bedeutet die Neujustierung vor allem, dass nicht noch ein Laden verschwinden wird. Denn in den vergangenen Jahren wurden dort mehrere Einzelhändler durch Gaststätten verdrängt. Ein Problem, gegen das der Bezirk inzwischen mit Hilfe der Baunutzungsverordnung vorzugehen versucht. Auch in der BVV-Anfrage der SPD-Bezirksverordneten Anja Möbus klangen Befürchtungen eines weiteren Geschäftesterbens an. Sie sind aber zumindest an dieser Stelle unbegründet. tf
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