Genossenschaft setzt auf Kunst am Bau

Lankwitz. Ein Kunstwerk schmückt seit der vergangenen Woche die Fassade an der Bruchwitz-, Ecke Scharzhofberger Straße. Die Künstlerin Sandra Lange verschaffte der Giebelwand des Genossenschaftswohnhauses ein neues, anspruchsvolles Kleid.

Bereits 2010 hatte sich die GeWoSüd auf den Entwurf "No Stars But Stripes" von Sandra Lange festgelegt. Der Titel spielt zum einen selbstironisch mit den sichtbaren Elementen, verweist aber auch auf den Amerika-Bezug. Und zwar sowohl der des Standortes im ehemaligen amerikanischen Sektor, als auch die Bedeutung der amerikanischen Nachkriegskunst für die Künstlerin und ihre häufigen USA-Reisen. Für die Meisterschülerin von Professor Frank Badur an der Berliner Universität der Künste ist es das erste Mal, dass sie ein Werk für den großen Maßstab und zur dauerhaften Präsentation in der Öffentlichkeit entwarf. Die 1982 in Berlin geborene Künstlerin hat sich mit der Fassadengestaltung einen Traum erfüllt.

Üblicherweise malt Lange auf drei Quadratmetern Leinwand in ihrem Moabiter Atelier. Das 50-fache Format erforderte andere Techniken und Arbeitsteilung. Fachliche Unterstützung bei der Umsetzung ihres Entwurfs an der 150 Quadratmeter großen Fassade bekam sie von dem Zehlendorfer Malermeister Christian Schiller und seinem Team. Bis zu sechs Maler gleichzeitig standen Ende September und Anfang Oktober auf dem Gerüst.

"Bei jedem unserer Bauprojekte wollen wir etwas Besonderes machen", erklärt Norbert Reinelt, Vorstand der GeWoSüd anlässlich der Übergabe des Kunst-am-Bau-Werks. So hat die Genossenschaft auf der Steglitzer Wohnanlage am Teltowkanal nach der Sanierung Dachgärten anlegen lassen oder große Photovoltaikanlagen auf Dächern installiert. "Bei der Lankwitzer 60er-Jahre-Siedlung haben wir uns nach umfangreicher Sanierung für ein eigenständiges Kunstwerk an der Fassade entschieden", sagt Reinelt.

Die Bewohner der Anlage sind von der farbig aber unaufdringlich gestalteten Giebelwand angetan. Sie setzt gewissermaßen das I-Tüpfelchen auf die abgeschlossene Sanierungsmaßnahme. Zwischen 2011 und 2012 wurden sämtliche Fenster und Bäder sowie die Heizungsanlagen mit einem Gesamtaufwand von rund vier Millionen Euro erneuert. Das Kunst-am-Bau-Werk steigert zwar Aufmerksamkeit und die Qualität der Wohnanlage, eine Mieterhöhung werde es jedoch nicht geben, betonte Norbert Reinelt.


Karla Menge / KM
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