Verbindung weiter unterbrochen: Brücke über den Teltowkanal nach wie vor gesperrt

Die Mariendorfer Fuß- und Radfahrbrücke ist seit über einem Jahr gesperrt. Weder Behörden noch Energieversorger wollen Eigentümer des Bauwerks sein. (Foto: HDK)
Berlin: Lankwitz-Mariendorfer Brücke |

Mariendorf. Am 1. Juli 2014 wurde die Fußgänger- und Radfahrerbrücke über den Teltowkanal gesperrt. Die Sperrung sollte drei Tage später, am 4. Juli, wieder aufgehoben werden. Daraus ist nichts geworden, gut ein Jahr später ist die Brücke immer noch gesperrt.

„Wegen Überprüfungsarbeiten im Rahmen der Verkehrssicherung an der Fußgängerbrücke über den Teltowkanal zwischen Lankwitzer Straße und der Grünanlage an der Ringstraße ist die Sperrung der Brücke erforderlich. Die Gasag hat die Arbeiten für die Zeit von Dienstag, dem 01.07.2014 bis Freitag, dem 04.07.2014 beauftragt. In dieser Zeit ist die Überquerung des Teltowkanals über die Fußgängerbrücke nicht möglich und die Fuß- und Radwegeverbindung zwischen Lankwitzer Straße und der Grünanlage Ringstraße nicht nutzbar. Die Gasag hat zugesagt, entsprechende Hinweisschilder anzubringen“, lautete seinerzeit die entsprechende Pressemitteilung des Tempelhof-Schöneberger Bezirksamtes.

Für viele Anwohner und Nachbarn bedeutet die Sperrung lange Umwege. Das Problem, wie schon vor einigen Monaten von der Berliner Woche berichtet: Das Bezirksamt, die Senatsverwaltung, der Energieversorger und das Wasser- und Schifffahrtsamt streiten sich um die Zuständigkeit für die Brücke. Keiner will sie haben beziehungsweise die Sanierungskosten tragen.

Die namenlose, über den Teltowkanal gespannte Fuß- und Radfahrbrücke in der Nähe des stillgelegten Gaswerks verbindet seit über Hundert Jahren die Ortsteile Tempelhof und Mariendorf. Zudem wird die Brücke sowohl von der Gasag als auch den Wasserbetrieben als Träger für Gasleitungen und Wasserrohre genutzt.

Auf Nachfrage der Berliner Woche erklärte Tempelhof-Schönebergs Baustadtrat Daniel Krüger (CDU) schon im Mai, dass „eindeutig die Gasag“ für die Sanierung der Brücke zuständig sei. Gasag-Sprecherin Ursula Luchner erklärte dagegen: „Wir sind überhaupt nicht verantwortlich, weil wir nicht Eigentümer der Brücke sind, das steht auch in keinem Grundbuch. Es sind lediglich Gas- und Wasserrohre an der Brücke befestigt.“

Sicher scheint hingegen lediglich, „dass die Standsicherheit des Bauwerks und infolge dessen die Verkehrssicherheit für Fußgänger nicht mehr gegeben ist. Da von dem Überweg eine Gefahr für Passanten ausgeht, musste die Brücke aus Sicherheitsgründen gesperrt werden“, so die Gasag. Erschwerend hinzu kommt, dass ausgerechnet diese Brücke im Grundbuch anscheinend überhaupt nicht vorkommt oder bislang nicht gefunden wurde. Es bleibt spannend. HDK
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