Verbindung zwischen Mariendorf und Tempelhof gekappt

Die Fuß- und Radfahrbrücke über den Teltowkanal verbindet Mariendorf und Tempelhof. Seit Herbst vergangenen Jahres ist sie aus Sicherheitsgründen gesperrt. (Foto: privat)
Berlin: Lankwitz-Mariendorfer Brücke |

Mariendorf. Seit über 100 Jahren verbindet eine namenlose Fuß- und Radfahrbrücke über den Teltowkanal in der Nähe des stillgelegten Gaswerks die Ortsteile Mariendorf und Tempelhof. Seit etwa einem halben Jahr ist die Brücke gesperrt, aber kein Hinweis von wem, warum und wie lange.

Für viele Anwohner und Nachbarn bedeutet das lange Umwege: "Der Weg war für uns immer der schnellste, um mit dem Fahrrad zur S-Bahn zu kommen und außerdem ein sehr beliebter Fuß- und Wanderweg", sagt Lutz Blume. Auch Nachbar Martin Lauter-Graf Hendrikoff ärgert sich: "Ich habe die Brücke täglich genutzt und die Sperrung verursacht mir erhebliche Umstände."

Beide haben unabhängig voneinander beim Tempelhof-Schöneberger Bezirksamt nachgefragt und die gleichen Erfahrungen gemacht. Sie wurden an die Senatsverwaltung für Stadtentwicklung und Umwelt, an die Gasag und an das Wasser- und Schifffahrtsamt verwiesen. Die Gasag teilte Lauter-Graf Hendrikoff zwischenzeitlich mit, dass bei einer Prüfung der mit Holzbohlen beplankten Brückenkonstruktion festgestellt wurde, "dass die Standsicherheit des Bauwerks und infolge dessen die Verkehrssicherheit für Fußgänger nicht mehr gegeben ist. Da von dem Überweg eine Gefahr für Passanten ausgeht, musste die Brücke aus Sicherheitsgründen gesperrt werden". Fakt ist, dass die Brücke sowohl von der Gasag als auch den Wasserbetrieben als Rohrträger für Gasleitungen und Wasserrohre genutzt wird.

Seit Monaten wird nun der Schwarze Peter zwischen Bezirksamt, Senatsverwaltung, Energieversorger und dem Wasser- und Schifffahrtsamt hin- und hergeschoben. Und ein Ende ist im Moment nicht absehbar. Baustadtrat Daniel Krüger (CDU) bestätigte der Berliner Woche auf Nachfrage, dass "intensive Gespräche" zwischen den genannten Behörden stattgefunden hätten. Mit dem Ergebnis: "Im Endeffekt ist die Gasag verantwortlich", so der Stadtrat. Mit dieser Aussage konfrontiert, erklärt Gasag-Sprecherin Ursula Luchner: "Wir sind überhaupt nicht verantwortlich, weil wir nicht Eigentümer der Brücke sind, das steht auch in keinem Grundbuch. Es sind lediglich Gas- und Wasserrohre an der Brücke befestigt." Die Brücke kommt im Grundbuch anscheinend überhaupt nicht vor, ist quasi im Behördendschungel verschollen. Es bleibt spannend, auch für die betroffenen Anwohner: "Nun muss man schon fragen, warum der drohende Einsturz der Brücke Fußgänger und nicht die vorhandenen Gasleitungen betrifft, und was da ein höheres Gefährdungspotenzial darstellt", so Martin Lauter-Graf Hendrikoff.


Horst-Dieter Keitel / HDK
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