"Hier bleibt niemand allein"

Thorsten Jurs und seine Frau Wannipa betreiben heute das Frobenstübl. Die Kneipe ist ein Familienbetrieb und existiert seit 50 Jahren. (Foto: K. Rabe)
Berlin: Frobenstübl |

Lankwitz. Das Frobenstübl ist eine typische Berliner Kneipe. Hier trifft man sich auf ein Bierchen, redet, lacht, hört zu. Die Kneipe ist ein beliebter Kieztreff. Seit nunmehr 50 Jahren.

Thorsten Jurs führt das Frobenstübl in zweiter Generation. „Meine Eltern haben es 1967 – also vor 50 Jahren – übernommen. 1990 habe ich hier angefangen zu arbeiten und 1994 habe ich die Kneipe übernommen“, sagt Jurs, der übrigens auch 1967 geboren wurde. Unterstützt wird er hinter dem Tresen von seiner thailändischen Frau Wannipa. Die beiden sind seit 20 Jahre verheiratet und haben zwei Kinder.

Es ist also ein richtige Familienkneipe. Auf die Bezeichnung „Kneipe“ legt Jurs großen Wert: „Wir sind eine Kneipe – darauf bestehe ich. Keine Gaststätte, kein Lokal, sondern eine richtige Berliner Kneipe, wo jeder jeden kennt und wo man sich auch mal gegenseitig hilft“, betont er.

Als Wirt schenke er nicht nur Bier aus. „Als Wirt ist man auch ein bisschen Psychiater. Man muss zuhören können und ein offenes Ohr für die Sorgen der Leute haben“, sagt er. Genaus das schätzen seine Gäste und bleiben ihm seit Jahrzehnten treu. Die ältesten Stammgäste sind inzwischen weit über 80 Jahre alt.

Seit zehn Jahren gehört Heinz Langhans zum Gästestamm im Frobenstübl.. „Meine Frau war gestorben. Ich wurde hier sehr nett aufgenommen – wie in einer Familie“, erinnert er sich. „Hier bleibt niemand allein, jeder wird sofort mit einbezogen.“ Nach dem Tod seiner Frau hat Langhans hier viele Freunde gefunden, die inzwischen auch außerhalb der Kneipe Freunde geworden sind.

Dass man sich in einer Kneipe auch sozial engagieren kann, beweist der Sparverein des Frobenstübls. „Wir sind 19 Mitglieder und ein Teil des angesparten Geldes spenden wir jedes Jahr dem Kinderhospiz der Björn-Schulz-Stiftung“, erklärt Heinz Langhans. Seit fast zehn Jahren unterstützen die Kneipengäste das Hospiz. „Ende des Jahres bekommen wir einen Wunschzettel, den wir immer wieder sehr gern erfüllen.“ KaR
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