Flüchtlinge müssen weiterhin in Turnhallen wohnen

Lichtenberg. Noch immer leben rund 250 Geflüchtete in zwei Lichtenberger Turnhallen. Weil ein neuer Betreiber für den Wohncontainer in der Wollenberger Straße gefunden werden muss, verzögert sich der Einzug.

Einen schnellen Auszug aus den Turnhallen, das haben sich die Landesbehörden bei der Flüchtlingsunterbringung zum Ziel gesetzt. Einzig die Turnhalle in der Treskowallee 8 ist nun seit letzter Woche leer. Alle 144 Bewohner wurden in sogenannte Tempohomes – so heißen die neu gebauten Wohncontainer – in Hellersdorf und Prenzlauer Berg untergebracht. Noch leben allerdings 250 Menschen in den Turnhallen in der Wollenberger und in der Darßer Straße. Eine bessere Wohnmöglichkeit böte ihnen der fertig gestellte Container in der Wollenberger Straße. Doch der Container wird erst Ende dieses Jahres bezogen, so Bürgermeisterin Birgit Monteiro (SPD). Schuld am späten Bezug ist eine Planungsänderung: Ursprünglich war hier die Unterbringung von 500 Menschen vorgesehen. Weil jedoch zwischenzeitlich die Flüchtlingszahlen zurückgegangen sind, sollen nun nur noch 280 Menschen einziehen. Das Land Berlin musste deshalb eine erneute Ausschreibung in die Wege leiten.

Außerdem verzögert sich die Errichtung des Tempohomes in der Hohenschönhauser Straße 76. Der Grund: Es gibt Probleme bei den Anlieferern der Containerteile. Der Baubeginn ist jetzt deshalb für Ende Oktober dieses Jahres vorgesehen. Auch hier kommt es zu einer Verkleinerung der geplanten Kapazität von 500 auf 280 Plätze.

Vorgesehen sind des Weiteren "Modulare Unterkünfte für Flüchtlinge", kurz MUF. Solche sollen am Hagenower Ring 16-22 und an der Wartenberger Straße 120 errichtet werden. Den ersten Spatenstich gibt es Ende Oktober, für August kommenden Jahres ist der Bezug geplant. Dabei sei dort eine Wohnnutzung eigentlich nicht zulässig, so das Bezirksamt. Die Nähe zur Bahn und der damit einhergehende Lärm sind zu groß. Ein Sonderbaurecht erlaubt das Errichten und Nutzen der Unterkünfte, allerdings nur von Geflüchteten und beschränkt auf drei Jahre. Was danach mit den dortigen MUFs passiert, ist noch unklar. Seitens des Bezirkes heißt es, ein Abriss wäre denkbar. KW
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