Neues Wohnen in der alten Polizeiwache

So soll der Neubau zum Park hin aussehen. (Foto: Hemprich Tophof)
 
Beim Spatenstich: (v.l.) Sophia Eltrop, Chefin der Howoge, Bausenator Andreas Geisel (SPD), Stefanie Frensch, Chefin der Howoge und Maren Kern von der BBU beim Spatenstich mit den kleinen Kita-Baumeistern. (Foto: Wrobel)

Lichtenberg. Mit der alten Polizeiwache in der Rathausstraße 12 verkaufte der Liegenschaftsfonds erstmals ein Grundstück nicht an den Meistbietenden, sondern an den mit der besten Idee. Die Howoge beginnt nun mit dem Bau von 136 Wohnungen am Standort.

Noch ist die alte Polizeiwache an den großen Toren erkennbar: Das Gebäude stammt aus den 1890er–Jahren und war zunächst Depot für eine Feuerwache. Erst in den 1980er–Jahren wurde das Gelände von der Polizei bezogen, die es bis 2012 nutzte. Davon zeugt noch das Nebengebäude, in dem sich die einstigen Haftzellen der Polizei befinden.

"Bauen ist immer ein Abenteuer", sagt Stefanie Frensch. Die Chefin der städtischen Wohnungsbaugesellschaft Howoge ist gespannt darauf, was bei den Abrissarbeiten auf dem Gelände noch zum Vorschein kommt. Denn unter der Erde befindet sich ein Bunker, vermutlich noch aus dem Zweiten Weltkrieg. Die Howoge-Geschäftsführerin hofft, dass der Abriss der meterdicken Betonwände zum Bunker die übrigen Arbeiten nicht allzu sehr behindern werde. Während das Hauptgebäude der Wache erhalten bleibt, werden die hinteren Bauten zugunsten neuer Häuser weichen.

Am 9. Dezember gab es den Startschuss zum Umbau. Bis Ende 2017 sollen hier insgesamt 136 Wohnungen entstehen. 30 Prozent der 1- bis 2-Zimmer-Wohnungen werden über die Wohnungsbauförderung des Landes Berlin finanziert und können so für 6,50 Euro Kaltmiete pro Quadratmeter vermietet werden. Eine Inklusionskita mit 100 Plätzen wird ebenfalls entstehen. Der Kita-Träger "Lebenshilfe iKita" gGmbH setzt auf ein Konzept, das jede Beeinträchtigung berücksichtigt und auch interkulturelle Beratung leisten will.

"Mit dem Start dieses Bauprojektes beginnen wir auch mit dem Ausbau des Quartiers", sagt Frensch. Im kommendem Jahr soll in der Frankfurter Allee 135 ein 18-geschossiges Wohnhaus entstehen. Nach dessen Fertigstellung ist dann die Umgestaltung des Stefan-Heym-Platzes dran. Das Quartier soll im Jahr 2019 ein neues Erscheinungsbild haben.

Das Bauprojekt in der Rathausstraße 12 ist also nur ein kleiner Baustein, der das Quartier ergänzen wird. Für das Land Berlin ist das Projekt jedoch nicht unwesentlich. Denn die Veräußerung des Geländes durch den Liegenschaftsfonds richtete sich erstmals nach der neuen Liegenschaftspolitik des Senates. Somit wurde das Grundstück nicht an den Meistbietenden verkauft, sondern an den Investor mit der besten Idee für den Kiez.

Die städtische Wohnungsbaugesellschaft Howoge konnte dabei alle Mitbewerber schlagen, darunter auch den Verein "Rathaussterne": Ein Zusammenschluss von Bürgern, die an dem Ort bezahlbares Wohnen in alternativen Formen, eine Kita und Projekträume für hiesige Vereine und Initiativen schaffen wollte. Die hatten das Verkaufsverfahren des Liegenschaftsfonds als wenig transparent kritisiert (die Berliner Woche berichtete).

Bausenator Andreas Geisel (SPD) hob die Bedeutung der städtischen Wohnungsbaugesellschaften hervor: "Das Bevölkerungswachstum der Stadt verlangt mehr kommunale Wohnungen, das kann nur durch die Unterstützung der städtischen Gesellschaften gelingen." Geisel befürwortet eine Nachverdichtung in bestehenden Wohngebieten: "Es ist wichtig, dass wir noch dichter in bestehenden Wohngebieten bauen, als bisher." KW
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