Aufholen im großen Stil: Bezirk muss in drei Jahren 16.000 Kitaplätzen anbieten

Die Jugendstadträtin Sandra Obermeyer und Jugendamtsleider Rainer Zeddies. (Foto: Wrobel)

Lichtenberg. Mit dem Bau neuer Siedlungen droht sich der Kitamangel noch zu verschärfen. Eine Lösung könnte in der stärkeren finanziellen Beteiligung der Kommune liegen.

„Wir müssen neue Grundlagen für den Bau neuer Kitas schaffen“, sagt die Jugendstadträtin Sandra Obermeyer (parteilos für Die Linke). Der aktualisierte Kitaentwicklungsplan zeigt: Der Bauboom im Bezirk sorgt für den Zuzug von Familien und einen sprunghaft gestiegenen Bedarf an Kitaplätzen. Neuerungen wie etwa die Änderung des Einschulungsalters auf sieben Jahre und der Rechtsanspruch auf eine Kita für Einjährige machen ein Umdenken nötig. Bis zum Jahr 2019 gilt die Zielmarke von rund 16.000 Kitaplätzen, die im Bezirk erreicht werden muss. Bislang werden im Bezirk rund 13.500 Plätze in Kitas angeboten.

Das Tempo, in dem neue Kitaplätze entstehen, ist angesichts dieser Prognose zu langsam: Im vergangenem Jahr wurden 490 Plätze geschaffen, in diesem Jahr bis Juni immerhin schon 492 Plätze. Doch für freie Träger wird es immer schwerer, neue Plätze anzubieten. Kredite sind nicht mehr so einfach zu bekommen und auch die Anmietung von Räumen in neuen Gebäuden können sich Träger durch die steigenden Mieten kaum mehr leisten.

„Der Bezirk muss selbst investieren“, sagt Rainer Zeddies, Leiter des Jugendamtes. Er prüfte im Auftrag der Bezirksamts Lösungsansätze. Bisher gab der Bezirk seine eigenen Investitionsmittel fast komplett für den Ausbau von Schulen aus und reservierte die wenigen Grundstücke ebenfalls für diesen Zweck. „Wir müssen dazu übergehen, Schulneubau mit Kitaneubau zu kombinieren“, so Zeddies. Mehrere Flächen seien bereit im Fokus. Den Bau der Kitas könnte der landeseigene Kita-Eigenbetrieb NordOst übernehmen, lautet der weitere Vorschlag. Dieser baut seine Kapazitäten zumindest im Bezirk Lichtenberg aber kaum aus. Der Grund: „Der Eigenbetrieb als landeseigener Träger kann nicht so ohne weiteres Kredite aufnehmen, wie es den privaten Trägern immerhin noch offen steht“, argumentiert Obermeyer, die im Verwaltungsrat des Eigenbetriebes sitzt. Der Bezirk soll hier die Rolle der Bank einnehmen. Doch es gibt rechtliche Hürden der finanziellen Unterstützung, wendet die Finanzstadträtin und Bürgermeisterin Birgit Monteiro (SPD) ein. KW
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