Eine steigende Zahl von Schülern kann nicht schwimmen

Lichtenberg. Schulschwimmen ist für alle Drittklässler in Berlin Pflicht. Doch trotz Unterrichts bleiben fast 16 Prozent aller Lichtenberger Drittklässler Nichtschwimmer.

Ertrinken zählt bei Kindern zu den häufigsten tödlichen Unfällen. Wer schwimmen frühzeitig lernt, kann sich im Wasser sicher fortbewegen. In Berlin ist deshalb der Schwimmunterricht für alle Drittklässler Pflicht. Trotzdem konnten am Ende des Schuljahres 2012/2013 rund 16 Prozent der Drittklässler in Lichtenberg nicht schwimmen. Das geht aus einer Anfrage des Bezirksverordneten Michael Grunst (Die Linke) hervor.

"Die steigende Zahl der Nichtschwimmer im Bezirk ist alarmierend", sagt Grunst. Tatsächlich hat sie sich seit dem Jahr 2010 fast verdoppelt.

Die Gründe für diesen sprunghaften Anstieg werden nicht erhoben. Doch es gibt Anhaltspunkte. Ob ein Kind sich im Schulschwimmunterricht schnell mit dem Nass vertraut macht, hänge auch davon ab, inwieweit es bereits Schwimmversuche unternommen habe, so die Senatsverwaltung für Bildung in ihrer Antwort. Da sei das Elternhaus gefragt, wobei in unterschiedlichen Kulturkreisen Schwimmen auch einen anderen Stellenwert habe.

So ist das Problem der jungen Nichtschwimmer in vielen anderen Bezirken noch drängender als in Lichtenberg. Rund 40 Prozent der Drittklässler in Neukölln konnten auch am Ende des Schuljahres 2012/ 2013 nicht schwimmen, in Mitte waren es 29 Prozent und in Spandau 26 Prozent.

Fest steht, dass mindestens 32 Stunden pro 3. Klasse für Schulschwimmen aufgewendet werden müssen. Mehr Schwimmunterricht sei wegen der begrenzten Kapazitäten in den Schwimmhallen nicht möglich, so die Senatsverwaltung. "Das Bezirksamt muss sich Gedanken machen, wie es die Schwimmfähigkeit der Kinder erhöhen kann", fordert Michael Grunst. "Der Schwimmunterricht in der Grundschule reicht offenbar nicht aus."

Deshalb sollten mehr Angebote geschaffen werden, so der Bezirksverordnete Grunst. Seine Forderung: "Die Hallenkapazitäten sollten ausgeweitet werden. Und die Vereine sollten bei ihrer Durchführung von Anfängerkursen unterstützt werden."


Karolina Wrobel / KW
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