Rezept für den Berufseinstieg: Jugendliche werden im Restaurant "Am Kuhgraben" ausgebildet

Vitalij Gecht beim Anrichten eines Frühstückstellers. (Foto: Wrobel)
 
Vitalij Gecht arbeitet routiniert in der Küche des Ausbildungsrestaurants. (Foto: Wrobel)

Lichtenberg. Mit 15 Ausbildungsplätzen bietet das Restaurant "Am Kuhgraben" Jugendlichen die Chance, ihren Schulabschluss nachzuholen und gleichzeitig einen Beruf zu erlernen. Noch gibt es freie Plätze.

Den rauen Ton in der Küche ist Vitalij Gecht gewohnt. Kurz vor der Mittagszeit, wenn die meisten Gäste den Weg ins Restaurant in der Pfarrstraße 111 finden, wird das Tempo angezogen. Alles muss schnell und sicher von der Hand gehen - vor und hinter den Kulissen. "Salate zubereiten, Schnitzel panieren - so beginnt mein Tag in der Küche", sagt der 20-jährige Auszubildende und ergänzt schmunzelnd: "und dann gibt es natürlich noch den Abwasch." Vitalij Gecht macht eine Ausbildung zur Fachkraft für Gastgewerbe. "Ein Jahr im Service habe ich hinter mir, der Schwerpunkt dieses Jahres liegt in der Küche."

Neben der praktischen Arbeit im Restaurant holt der junge Mann seinen Schulabschluss nach. "Früher hat es mit der Schule nicht so hingehauen. Ich ging nicht hin und hatte am Ende keinen Abschluss. Heute mache ich das anders." Das mag auch an der Unterstützung liegen, die er im Ausbildungsrestaurant erhält. Ein Team aus Ausbildern, zu denen auch eine Lernbegleiterin und ein Sozialarbeiter gehören, steht den jungen Leuten mit Rat und Tat zur Seite.

"Wer die Ausbildung bei uns durchhält, hat die besten Chancen, in der Gastronomie aufzusteigen", sagt der Leiter Ekkehard Grundmann. Am Ende der Ausbildung gibt es einen Facharbeiterbrief von der Industrie- und Handelskammer. Dieser Brief eröffne viele Möglichkeiten auf dem Arbeitsmarkt, denn der Fachkräftemangel in der Gastronomie sei enorm, so Grundmann. Rund 150 im Restaurant ausgebildete junge Menschen haben über die Jahre im Catering oder in der Hotellerie Fuß gefasst.

"Momentan sind noch viele Ausbildungsplätze in den Bereichen Koch und Fachkraft im Gastgewerbe frei", sagt der Einrichtungsleiter. Zielgruppe sind junge Menschen ohne oder mit schlechtem Schulabschluss. Das ist die Voraussetzung, um eine finanzielle Förderung vom zuständigen Jugendamt im Rahmen der Jugendberufshilfe zu bekommen oder von den Jobcentern und Arbeitsagenturen im Rahmen von Umschulungen.

Und man will das Angebot ausweiten und im neuen Ausbildungsjahr, das im September beginnt, auch jungen Erwachsenen über 25 Jahren eine Ausbildung zum Restaurantfachmann und -frau anbieten. "Das möchten wir ebenso wie die Kochausbildung als berufsbegleitende Ausbildung für Menschen anbieten, die bereits Erfahrungen aus der Gastronomie mitbringen und sich qualifizieren möchten." Zudem soll es für arbeitslose Menschen mit Gastronomieerfahrung die Möglichkeit geben, eine Vollzeit-Qualifizierung zur Restaurantfachkraft oder zum Koch in nur einem Jahr zu absolvieren.

Weitere Infos gibt es bei "firmaris", dem gemeinnützigen Träger der Einrichtung unter 553 05 63. Das Ausbildungsrestaurant ist für alle Gäste geöffnet von Montag bis Freitag von 9 bis 15 Uhr, Frühstück gibt es zwischen 9 und 11 Uhr, Mittagstisch von 12 bis 14 Uhr. Die Wochenkarte ist im Internet abzurufen unter der Adresse www.firmaris.de.


Karolina Wrobel / KW
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