3460 Überstunden angehäuft: Polizisten haben immer mehr Arbeit

Lichtenberg. Mehr Sicherheit, das wollen viele Menschen für sich und ihren Kiez. Die Polizei tut ihr Möglichstes, um diese zu gewährleisten – und stößt an ihre Grenzen: Im vergangenen Jahr ist sie auf eine beträchtliche Zahl an Überstunden gekommen.

Überstunden sind für viele Polizeibeamte Alltag, auch in Lichtenberg. Das zeigt eine Anfrage des Abgeordneten Sebastian Schlüsselburg (Die Linke) an die Senatsinnenverwaltung.

Besonders oft im Einsatz waren die Beamten in den Ortsteilen Friedrichsfelde, Karlshorst und Rummelsburg. Die Wache in der Nöldnerstraße 35 ist rund um die Uhr besetzt, es gibt einen Funkwagendienst und auch Verwaltungsbereiche. Demnach leisteten Polizisten aus diesem Polizeiabschnitt 64 insgesamt 3466 Überstunden. Verglichen mit dem Wert des Vorjahres ergibt sich ein Anstieg um 724 Stunden.

Auch im Polizeiabschnitt 61, welcher für die Ortsteile von Hohenschönhausen zuständig ist, mussten die Beamten mehr Arbeit leisten. Die 2016 angefallenen Überstunden unterschritten das Niveau vom Vorjahr: 2016 kamen die Beamten auf insgesamt 3460, also 1363 mehr Überstunden als 2015 (2097 Überstunden).

Schuld an dem Anstieg, meint Schlüsselburg, seien die unbesetzten Stellen bei der Berliner Polizei. Zusätzlich müsste es 600 neue Stellen geben, fordert er. Als Teil der Koalition aus Rot-Rot-Grün setze sich der Politiker im Abgeordnetenhaus dafür ein.

Die Berliner Polizei versichert auf Anfrage der Berliner Woche, dass in den betreffenden Abschnitten "sämtliche unabdingbar notwendigen Stellen regelmäßig besetzt sind". Die Gewerkschaft der Polizei Berlin informiert dagegen, dass gerade im Abschnitt 64 insgesamt 24 Stellen "nicht voll ausgeschöpft sind", so der Sprecher Benjamin Jendro.

Jedes Jahr würde die Polizei in ganz Berlin rund eine Million Überstunden anhäufen. Die Auszählungen hierzu laufen zwar noch, aber für das Jahr 2016 prognostiziert Jendro sogar 1,2 Millionen Überstunden. Es gab mehr Einsätze für die Alarmhundertschaften, darunter zählen Demonstrationen und Fußballspiele. Für die Hundertschaften greife man auch auf Abschnittskräfte zurück, so Jendro. Seine Forderung: "3000 Polizisten mehr würden den Anforderungen der wachsenden Stadt gerecht werden." KW
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