Polizei untersucht 1600 Frauen: Neue Hinweise im Fall des toten Babys

Lichtenberg. Auf richterlichen Beschluss führte die Polizei zwischen dem 3. und 6. April im Bezirk einen DNA-Speicheltest an über 1600 Mädchen und Frauen durch.

Auch nach einem Jahr führten die Ermittlungen der Polizei nicht zur Tatverdächtigen. Am 8. März des vergangenen Jahres hatte ein Passant gegen 14.40 Uhr auf dem ehemaligen Friedhofsgelände in der Ruschestraße 9 einen blauen Müllsack im Gebüsch gefunden. Darin befand sich, in zwei Handtücher eingewickelt, der Leichnam eines Säuglings.

Bislang vermutet die Polizei aufgrund von Untersuchungen, dass die tatverdächtige Frau aus Südeuropa stammt und sich bereits längere Zeit in Deutschland aufgehalten hatte. Zudem könnte sie in einem Haushalt gewohnt haben, in dem eine dunkel getigerte Hauskatze lebte.

Jetzt erhofft sich die Polizei mit einer umfassenden DNA-Untersuchung weiterzukommen. Die 7. Mordkommission schrieb über 1600 Frauen und Mädchen an und lud sie vor, eine Speichelprobe abzugeben. Bei den Vorgeladenen handelt es sich um Frauen südeuropäischer Herkunft. Der Speicheltest wurde in der Notunterkunft für Geflüchtete in der Ruschestraße 104 durchgeführt – in unmittelbarer Nähe zum Fundort des toten Babys.

Trotzdem ist die Polizei noch immer auf Hinweise von Zeugen angewiesen: Wer in der Zeit vom 6. bis zum 8. März 2016 in der besagten Grünanlage etwas beobachtet hat oder Angaben zu Mutter und ihrem Kind machen oder sonstige sachdienliche Hinweise geben kann, sollte sich an die 7. Mordkommission in der Keithstraße 30 wenden unter  46 64 91 17 77 – oder an jede andere Polizeidienststelle. Für Hinweise, die zur Identifizierung der Kindesmutter oder zur Aufklärung der Tat führen, ist eine Belohnung von 5000 Euro ausgesetzt. KW
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