Platz wird nach DDR-Kritiker benannt

Lichtenberg. Der Schriftsteller Stefan Heym (1913-2001) setzte nicht zuletzt mit dem Buch "Fünf Tage im Juni" dem Volksaufstand 1953 ein Denkmal. Am 4. November wird in Lichtenberg ein Platz nach ihm benannt.

Am 4. November findet um 13.30 Uhr die feierliche Benennung des Platzes an der Frankfurter Allee, Ecke Möllendorffstraße in Stefan-Heym-Platz statt. Damit würdigt der Bezirk auf Beschluss der Bezirksverordnetenversammlung den bedeutenden Schriftsteller, dessen Leben und Werk mit Meinungsfreiheit und Kritik gegen die SED-Diktatur verbunden ist. Zur feierlichen Benennung werden in Lichtenberg auch Angehörige erwartet.

Stefan Heym wurde als Helmut Flieg in eine jüdische Kaufmannsfamilie in Chemnitz hineingeboren. In der Zeit des Nationalsozialismus emigrierte er zunächst nach Prag und nahm das Pseudonym Stefan Heym an, unter dem er zahlreiche Artikel in Zeitungen veröffentlicht.

In den 1950er Jahren siedelte er aus den USA in die DDR über. Heym schreibt über die Ereignisse des Volksaufstands am 17. Juni 1953. Sein Buch "Fünf Tage im Juni" erscheint 1974 und bleibt in der DDR unter Verschluss. Mit der Benennung der Freifläche in Lichtenberg nach dem unter den Nazis verfolgten Juden und in die Emigration gezwungenen Autor will der Bezirk Lichtenberg an einen Menschen erinnern, der sich sein Leben lang gegen Machtmissbrauch eingesetzt hat.


Karolina Wrobel / KW
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