14 Wochen warten auf Wohngeld: Bearbeitung dauert im Bezirk doppelt so lange wie im Berliner Durchschnitt

Das Recht auf Wohnen ist ein Menschenrecht. Lange Wartezeiten bei der Bearbeitung von Anträgen auf Wohngeld bringen dieses in Gefahr. (Foto: Pixabay)

Lichtenberg. Wegen eines sprunghaften Anstiegs der Anträge müssen Lichtenberger rund 14 Wochen auf ihren Wohngeldbescheid warten. Bei Anträgen auf einen Wohnberechtigungsschein (WBS) dauert es sogar noch länger.

Das ergab jüngst eine Anfrage des Bezirksverordneten Henning Fahrenberg (SPD). Mit der Bearbeitungszeit von 14 Wochen braucht der Bezirk doppelt so lange wie im Berliner Durchschnitt. Hier sind es lediglich 7,8 Wochen. Die Bearbeitungszeit für Wohnberechtigungsscheinen betrug zuletzt sogar 18 Wochen, im berlinweiten Schnitt sind es gerade mal fünf Wochen.

Für Fahrenberg ist das ein unhaltbarer Zustand: "Die Menschen benötigen das Geld dringend. Es darf nicht sein, dass gerade die Schwächeren unter dem Zustand der Verwaltung leiden und benachteiligt werden." Der Sozialdemokrat fordert vom Bezirksamt, umgehend Personal aufzustocken und den Antragsstau abzuarbeiten.

Die zuständige Stadträtin Katrin Framke (Linkspartei) sieht die Ursachen für die langen Bearbeitungszeiten unter anderem bei der Rentenerhöhung 2016. Es handelte sich um die höchste Rentenanpassung seit 20 Jahren. Hierdurch wurden zahlreiche Neuberechnungen notwendig. Des Weiteren trat 2016 eine Wohngeldnovelle in Kraft. Mit ihr kam es auch zu Beginn des vorigen Jahres zu einem sprunghaften Anstieg der Anträge. Denn eine breitere Schicht an Menschen konnte erstmals solche stellen.

Warum konnten die Wartezeiten innerhalb eines Jahres nicht abgebaut werden? Hier gibt die Stadträtin "die schwierige Personalsituation" an. Ein weiter Grund: Oft komme es vor, dass die für die Anträge benötigten Unterlagen seitens der Antragssteller nicht komplett vorlägen, so Katrin Framke. Deshalb sollen Antragssteller nur noch einmal angeschrieben werden. "Sind die Unterlagen auch danach nicht komplett, wird abschlägig beschieden", sagt die Stadträtin.

Außerdem wolle Katrin Framke mehr Personal bereitstellen, kurzerhand Ruheständler aktivieren und andere Bezirke um Amtshilfe bitten. Des Weiteren wirbt die Stadträtin aktuell bei den landeseigenen Wohnungsbaugesellschaften, darunter bei der Howoge, um eine Kooperation. Künftig könnten die Gesellschaften die Prüfung der Wohnberechtigung selbst übernehmen, so die Idee. KW
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