Die Bürgerämter wachsen nicht mit ihren Aufgaben

Die Oppositions-Chefs Martin Delius (Piraten), Udo Wolf (Die Linke), Ramona Pop und Antje Kapek (Grüne) sowie der Stadtrat Andreas Prüfer (Die Linke) (v.l.). (Foto: Wrobel)

Lichtenberg. Insgesamt 332.000 Kunden hatten die fünf Lichtenberger Bürgerämter im vergangenen Jahr. Das waren 44.000 Menschen mehr als 2013. Das Personal arbeitet am Limit, stellten die Oppositions-Fraktionschefs des Abgeordnetenhauses kürzlich bei einem Besuch vor Ort fest.

"Lichtenberg macht einen Premium-Bürgerdienst. Mehr kann man einfach nicht tun", resümierte Martin Delius, Fraktionschef der Piratenpartei im Abgeordnetenhaus nach seinem Besuch im Bürgeramt an der Möllendorffstraße. Während Bürger in anderen Bezirken manchmal gar nicht mehr bedient würden, könnte man in Lichtenberg immer noch einen Termin ergattern. Selbst Anliegen von Lichtenbergern, die spontan vorbeikämen, würden oft noch am selben Tag aufgenommen. Das bedeute mitunter zwar stundenlanges Warten - aber immerhin.

Aber auch in Lichtenberg arbeiten die Bürgerämter am Limit, darüber informierte der für Bürgerdienste zuständige Stadtrat Andreas Prüfer (Linke) die Fraktionschefs des Abgeordnetenhauses, Udo Wolf (Linke), Ramona Pop und Antje Kapek (Grüne) sowie Martin Delius (Piraten) bei ihrem Besuch.

Es gibt viele Probleme, die den Bürgerservice schmälern: Das Durchschnittsalter der Belegschaft liegt über 50 Jahre, rund 40 Prozent der Mitarbeiter sind krank, im Urlaub oder auf Weiterbildung, die übrigen müssen umso mehr arbeiten. Zwar gilt in den Lichtenberger Bürgerämtern ein Zehn-Minuten-Takt, doch schon ein unpünktlicher Kunde kann den Zeitplan durcheinander bringen.

"Mehr Personal würde den Service verbessern", sagt Delius. Das ist eine der gemeinsamen Forderungen, die Delius mit Wolf, Pop und Kapek stellt. Und mehr noch: "Es muss ein echtes Personalkonzept her, das die Entwicklung der wachsenden Stadt berücksichtig."

Immer mehr Menschen ziehen nach Berlin, die Aufgaben für die Ämtern werden größer. Dieser Meinung ist auch Grünen-Chefin Kapek: "Der Senat sollte überdenken, wie künftig mit den Besucherströmen umgegangen werden könnte." So sei es vorstellbar, an zentralen Orten "Notfallpunkte" oder "mobile Anlaufstellen" für den Service am Bürger zu schaffen.


Karolina Wrobel / KW
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