Die Linke will Andreas Prüfer als Bürgermeister vorschlagen

Andreas Prüfer will für die Linken als Bürgermeisterkandidat antreten. (Foto: Wrobel)

Lichtenberg. Am 11. Dezember will die Fraktion von Die Linke in der Bezirksverordnetenversammlung Andreas Prüfer als ihren Bürgermeisterkandidaten vorstellen.

Schon jetzt wird der Stadtrat für Bürgerdienste, Ordnungsangelegenheiten und Immobilien oft für den Bürgermeister Lichtenbergs gehalten. Ein Missverständnis, was wohl auch daran liegt, dass Prüfer als Stellvertreter des bisherigen Bürgermeisters Andreas Geisel (SPD) in letzter Zeit oft für diesen einspringen musste. Geisel soll am 11. Dezember zum Senator für Stadtentwicklung und Umwelt ernannt werden.

Ein Nachfolger oder eine Nachfolgerin wird voraussichtlich im Januar 2015 gewählt. Bis dahin wird Andreas Prüfer kommissarisch das Amt des Bürgermeisters weiterführen. Dabei will Prüfer mehr, als bloß Ersatzmann sein. Er will nun selbst Bürgermeister werden. "Ich würde es machen", sagt der in Leipzig geborene 55-Jährige knapp. "Wir haben als die stärkste Fraktion in der BVV das Vorschlagsrecht und möchten davon auch Gebrauch machen", ergänzt der Fraktionsvorsitzende und Chef der Linken in Lichtenberg, Michael Grunst.

Mit der überraschend notwendigen Neuwahl eines Bürgermeisters gibt es für Die Linke eine unerwartete Chance, in diesem wichtigen Amt erneut vertreten zu sein. 2011 hatte der Sozialdemokrat Andreas Geisel mit 28 Stimmen einer Zählgemeinschaft aus SPD, CDU und Bündnis 90/Die Grünen den Machtwechsel erwirkt. Er löste, wenn auch erst im zweiten Wahlgang, die bisherige Amtsinhaberin der Partei Die Linke, Christina Emmrich, ab.

Prüfer will als Bürgermeister dringende Problemen anpacken: "Der Personalabbau in der Bezirksverwaltung muss gestoppt werden", sagt er. "Das Bündnis für Wohnen möchte ich gerne weiterführen und hier stärker auf die Entwicklung der Mieten in den Beständen der Partner schauen." Das Bündnis für Wohnen hatte Andreas Geisel vor zwei Jahren initiiert. Auch die Linken sehen dies als einen Erfolg an, wiewohl sie die Wirkung des Bündnisses für wenig nachvollziehbar halten. Unklar ist, ob die neu gebauten Wohnungen der Bündnispartner tatsächlich allein auf das Bündnis zurückzuführen sind oder ob die wirtschaftliche Entwicklung für den Neubau-Boom im Bezirk verantwortlich ist.

Ob Prüfer gegen die SPD-Kandidatin Birgit Monteiro eine realistische Chance hat, hängt auch davon ab, ob die Zählgemeinschaft von SPD, CDU und Grünen bis Januar wieder funktioniert. Im Augenblick haben diese drei Parteien erheblichen Gesprächbedarf. Denn bei der jüngsten Überprüfung der Bezirksverordneten auf eine frühere Stasi-Mitarbeit wurde auch ein Mitglied der SPD-Fraktion überführt.


Karolina Wrobel / KW
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