Im Juli eröffnet ein Familienbüro in der Große-Leege-Straße

Sie wollen mehr für für die Kinder in Lichtenberg tun: Norman Wolf, Gesine Lötzsch und Katrin Framke (von links). (Foto: Wrobel)

Lichtenberg. Ob Kinder-Ferienreisen oder Unterhaltsvorschuss: Im Bezirk erhalten Familien vielfach Unterstützung, nur wissen nicht alle davon. Im Juli eröffnet ein Familienbüro, das Familien beraten wird.

Kinder werden in der Verwaltung oft als ein abstrakter "Strukturbedarf" gesehen, sagt Familienstadträtin Katrin Framke (parteilos für Die Linke). "Dabei müssen und wollen wir mehr für Familien tun". Die Partei Die Linke will ihr Programm schärfen und so nehmen die Bundestagsabgeordnete und Bezirksverbands-Chefin Gesine Lötzsch, der BVV-Fraktionsvorsitzende Norman Wolf und Framke den Kindertag am 1. Juni zum Anlass, um ihre wichtigsten Anliegen in Sachen Familienpolitik zu formulieren.

Tatsächlich stellen Familien für die bezirkliche Verwaltung und andere Organisationen eine ganz besondere Herausforderung dar: Deshalb soll im Juli in der Große-Leege-Straße am Standort des Jugendamtes ein Familienbüro eröffnen. Hier sollen Familien über Leistungen und Möglichkeiten zur Unterstützung beraten werden. Viele wissen gar nicht, dass der Bezirk Kindern und Jugendlichen rund 600 Plätze bei Ferienreisen finanziert. Oder an wen sie sich wenden können, wenn das Baby nicht mehr aufhört zu schreien. "Es ist ein Leitsystem in Sachen Hilfen", hebt Framke hervor.

Damit die Förderung ankommt, muss aber auch an anderer Stelle nachgesteuert werden: 150 Millionen Euro wird in Lichtenberg für die Betreuung von Kindern vom Bezirk ausgegeben, trotzdem fehlt es an Erziehern in den Kitas. Neben einem Platz ist eben auch gute Betreuung für den Bildungserfolg der Kinder wichtig. Und gerade in Lichtenberg brauchen Kinder Förderung. "Jedes dritte Kind lebt in einer Familie, die auf Transferleistungen angewiesen ist", weiß Framke. Das Bildungs- und Teilhabepaket, das Familien finanziell beim Schulessen oder Klassenfahrten unter die Arme greifen soll, sei "bürokratisch und abschreckend", weiß die Stadträtin. Im Bezirk bleibt so Geld liegen, das eigentlich für Familien bestimmt ist.

Einen Erfolg nennt Gesine Lötzsch deshalb die Novellierung des Unterhaltsvorschussgesetzes, bei dem der staatliche Vorschuss auf Kinder bis zum Alter von 18 Jahren ausgeweitet werden soll. Bisher wurde der Unterhalt bis zum Alter von zwölf Jahren vorgestreckt. Zudem wurde der Mindestunterhalt seit 1. Januar erhöht. Damit bekommen viele Familien mehr Geld.

Um die Gesetzesnovellierung in die Tat umzusetzen, fehlt dem Bezirksamt allerdings Personal: Bisher hat die Senatsverwaltung lediglich drei Stellen bewilligt. "Das ist viel zu wenig. Wir haben vorsorglich sieben Stellen angemeldet", sagt Framke. KW
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