In vielen Ämtern der Bezirksverwaltung steht ein Generationswechsel an

Das Rathaus Lichtenberg in der Möllendorffstraße 6. Hier steht demnächst ein Generationswechsel an. (Foto: Wrobel)

Lichtenberg. Viele Chefs im Bezirksamt gehen bald in den Ruhestand. Damit die Ämter nicht ohne Führung bleiben, bereitet sich der Bezirk schon jetzt auf die schwierige Nachfolgersuche vor.

Fast jede wichtige Abteilung im Bezirksamt ist in den kommenden Jahren betroffen. In diesem Jahr trifft es das Umwelt- und Naturschutzamt, im nächsten Jahr das Stadtentwicklungsamt. Doch auch im Straßen- und Grünflächenamt steht ein Führungswechsel an – und noch in vielen weiteren Ämtern. Bürgermeister Michael Grunst (Die Linke), zuständig für das Personal im Bezirksamt, redet ungern über die Personalien. "Es gibt ganz generell einen Generationswechsel, der im Lichtenberger Bezirksamt bevorsteht", sagt er. Die Stellen würden rechtzeitig ausgeschrieben. Grunst gibt sich optimistisch, geeignetes Führungspersonal zu finden.

Stadtrat Wilfried Nünthel (CDU) bewertet die Situation anders. In seinem Bereich werden in den nächsten Jahren fast alle Amtsleiter aus Altersgründen ausscheiden. Vor allem sei es problematisch Personal zu finden, das gleichzeitig "bezirksinternes Wissen" mitbringt – "und die passende Laufbahnberechtigung", sagt er. Konkret geht es um den Zugang zum höheren Dienst, für den es bestimmte Voraussetzungen gibt. "Es gibt viele Mitarbeiter, die kompetent wären. Doch ihnen fehlt die entsprechende Laufbahnberechtigung", weiß Nünthel. Zudem herrsche in Berlin bei den Führungskräften großer Wettbewerb – Bundesbehörden seien oft attraktiver. Der langjährige Stadtrat fordert deshalb: "Der Senat muss dafür sorgen, dass die Bewerber bezirksinternes Wissen mitbringen. Dazu müssen die Zugangswege zum höheren Dienst erleichtert werden." Das sei möglich, indem mehr Plätze bei den Aufstiegsstudiengängen eingerichtet werden.

Bürgermeister Michael Grunst kennt ebenso die harte Wettbewerbssituation um Führungspersonal. Er will die Suche breit fächern: "Wir werden nicht nur im Amtsblatt inserieren, sondern auch in den Tageszeitungen und Fachzeitschriften." Er setzt zudem darauf, dass es kompetentes Führungspersonal auch von außen in die Hauptstadt zieht. Michael Grunst wolle für die Ausschreibungen "Geld in die Hand nehmen". KW
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