Keine Haltestellen mehr: Die Linke fordert den Erhalt der Regional- und Fernbahnhöfe

In der Bezirksverordnetenversammlung wird am 18. Mai auch über den Erhalt des Regionalbahnhofes Karlshorst verhandelt. (Foto: Wrobel)

Lichtenberg. Von früheren Fernverkehrsangeboten der Eisenbahn ist am Bahnhof Lichtenberg kaum etwas übrig. Eine Schließung droht nun dem Regionalbahnhof Karlshorst. Die Linksfraktion der BVV will die Bahnhöfe erhalten.

Immer mehr gerät der Bezirk Lichtenberg bei der Anbindung an die Eisenbahn ins Hinterfeld. Einst war der Bahnhof Lichtenberg ein wichtiger Knotenpunkt für den Fernverkehr. Heute sieht das Berliner Eisenbahnverkehrskonzept diesen Bahnhof nicht mehr als wichtigen Halt vor. Zudem greift im Bahnhofsgebäude der Leerstand um sich.

Ganz von Schließung bedroht ist der Regionalbahnhof Karlshorst. Gegenüber der Berliner Woche bestätigt die Deutsche Bahn die Schließung Ende 2017. Dann werden die Linien RE 7 und RB 14 nicht mehr in Karlshorst, sondern am Regionalbahnhof Ostkreuz halten. Gegen diese Situation wendet sich die Partei Die Linke.

Sie will mit einer Initiative auf der Bezirksversammlung (BVV) am Donnerstagg, 18. Mai, das Bezirksamt auffordern, sich für den Erhalt dieses Regionalhaltes einzusetzen.

„Im ganzen Stadtteil werden zurzeit neue Wohnungen gebaut“, sagt der Fraktionsvorsitzende Norman Wolf. Der Zuzug nach Karlshorst sei schon jetzt sehr spürbar: Die S-Bahnlinie sei häufig überfüllt, argumentiert die Linksfraktion. Die Regionalbahn wirke hier entlastend. Zudem würde eine Schließung die Entwicklung von Einrichtungen wie dem Tierpark und der Hochschule für Technik und Wirtschaft empfindlich treffen.

Fraktionschefin Kerstin Zimmer erinnert zudem daran, dass vor wenigen Jahren noch Tausende Anwohner sich mit ihrer Unterschrift ebenfalls für den Erhalt des Regionalbahnhofes einsetzten – und den Senat zum Handeln bewegten. Am 6. März 2014 hatte das Abgeordnetenhaus beschlossen, die Schließung in Karlshorst solange aufzuschieben, bis der Regionalbahnhof in Köpenick fertig gestellt sei.

Doch auf ein Datum mag sich hier selbst die Deutsche Bahn nicht festlegen: „Eine Inbetriebnahme des neuen Bahnhofs ist erst nach 2020 wahrscheinlich“, informiert die Deutsche Bahn auf Nachfrage dieser Zeitung. KW

Am 18. Mai beginnt die BVV um 17 Uhr in der Max-Taut-Aula in der Fischerstraße 36.
0
2 Kommentare
Ralf Drescher aus Köpenick | 15.05.2017 | 14:48  
Georg Wolf aus Mitte | 16.05.2017 | 14:46  
Schon dabei? Hier anmelden!
Schreiben Sie einen Kommentar zum Beitrag:
Spam und Eigenwerbung sind nicht gestattet.
Mehr dazu in unserem Verhaltenskodex.