Ruschestraße: Ex-Stasi-Bau als Flüchtlingsunterkunft

Lichtenberg. Jeden Tag kommen in Berlin neue Flüchtlinge an. Deshalb braucht die Stadt dringend weitere Unterkünfte. Als geeignet werden auch Gebäude des einstigen Ministeriums für Staatssicherheit in der Ruschestraße 103–104 eingestuft.

Die riesigen Plattenbauten stehen seit Jahren leer. Mit mehr als 54 000 Quadratmeter auf 13 Geschossen bieten sie sehr viel Platz. Diese Flächen zu nutzen, das war dem privaten Eigentümer bislang nicht möglich. Jetzt scheint eine neue Nutzung auf Zeit gefunden, denn die Häuser in der Ruschestraße wurden vom Berliner Immobilienmanagement als geeignet für die Flüchtlingsunterbringung eingestuft.

"Wir rechnen nicht damit, dass vor Ende September dort Menschen einziehen können", sagt Bürgermeisterin Birgit Monteiro (SPD). In den ehemaligen Büroetagen seien noch Umbauten notwendig. Wie viele Menschen nach einer Beschlagnahmung durch das Land Berlin in den Gebäuden untergebracht werden, darüber gibt es nur Schätzungen.

"Ich gehe davon aus, dass es nicht mehr als 1000 Menschen sein werden", sagt die Bürgermeisterin.

Auf lange Sicht sollen die beiden Häuser, die dem Sanierungsgebiet "Frankfurter Allee Nord" angehören, zu einem Wohn- und Gewerbestandort entwickelt werden. Sollten sie nun vorerst für eine Notunterkunft genutzt werden, wäre es neben dem Heim in der Köpenicker Allee in Karlshorst, die bislang rund 1000 geflüchtete Menschen zählt, die größte in Lichtenberg.

"Wir haben dem Landesamt für Gesundheit und Soziales Vorschläge für weitere Unterbringungsmöglichkeiten im Bezirk gemacht", sagt Birgit Monteiro. Bislang habe der Bezirk allerdings noch keine Reaktion auf die Liste erhalten. Erstmal vom Tisch sei die Idee, Hallen des Sportforums in Hohenschönhausen zu nutzen. Die Gebäude des Leistungssport-Zentrums seien zwar auf die Eignung als Flüchtlingsunterbringung geprüft worden, aber von den Plänen, sie zu Notunterkünften umzufunktionieren, habe man inzwischen Abstand genommen. KW
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