Ungeduld bei Eltern und Schülern wächst: Proteste gegen Raumnot und Forderung nach mehr Schulplätzen

Lautstark protestierten Eltern und Schüler vor der Bezirksverordnetenversammlung für bessere Unterrichtsbedingungen. (Foto: Wrobel)
 
Lautstark protestierten Eltern und Schüler für bessere Unterrichtsbedingungen. Foto: Wrobel (Foto: Wrobel)

Lichtenberg. Rund 200 Schüler und Eltern protestierten am 27. April vor der Bezirksverordnetenversammlung für eine ausreichende Grundschulversorgung.

„Wir werden aktiv, weil die Schülerzahlen stetig steigen und wir noch immer keine Lösung haben“, sagt Claudia Engelmann, Vorsitzende des Bezirkselternausschusses Lichtenberg.

Gleich vier Gesamtelternvertretungen hatten unter dem Motto „Wir platzen 2.0“ am 27. April vor der Bezirksverordnetenversammlung zu Protesten aufgerufen. Lautstark und mit Transparenten forderten Schüler und Eltern der Grundschule an der Victoriastadt, der Friedrichsfelder Grundschule, der Robinson-Grundschule sowie der Hermann-Gmeiner-Grundschule gefordert, „zeitnah“ Schulplätze in diesem Gebiet zu schaffen.

Der Zuzug und die gestiegene Geburtenrate sorgt für eine Überlastung der Raumkapazitäten an den Schulen. So ist etwa die Schule an der Victoriastadt für 504 Schüler ausgelegt. Ab dem Schuljahr 2017/ 2018 seien aber 526 Schüler prognostiziert, wie die Anfrage der Lichtenberger Abgeordneten Hendrikje Klein (Linkspartei) an die Senatsbildungsverwaltung ergeben hat. Die Friedrichsfelder Grundschule soll es laut dieser Anfrage noch härter treffen: Hier wird die Kapazität von 360 Schülern mit prognostizierten 477 Schülern im kommenden Schuljahr noch übertroffen.

Schon frühere Elternproteste hatten auf die Situation aufmerksam gemacht. Und tatsächlich drohen Ämter und Verwaltungseinheiten von den Entwicklungen der Schülerzahlen trotz aller Bemühungen überrollt zu werden, wie Schulstadtrat Wilfried Nünthel (CDU) auf der Bezirksverordnetenversammlung nahelegte. So sei der Senatsbildungsverwaltung zwischendurch der dringend für die Schule an der Victoriastadt benötigte Plan für den Mobilen Erweiterungsbau (MEB) in der Schublade „verloren gegangen“.

Mittlerweile habe sich die Sache geklärt, heißt es aus dem Bezirksamt. Man warte auf eine Bewilligung der Mittel seitens der Senatsfinanzverwaltung. „Wenn die Zustimmung vorliegt, steht dem Baubeginn im Herbst diesen Jahres nichts entgegen“, so Nünthel. Die Bauzeit beträgt dann sechs Monate.

Weil aber auch der Erweiterungsbau mit seinen zwölf neuen Klassenräumen kaum ausreiche, um die Grundschulversorgung gerade im Gebiet Victoriastadt, Weitlingkiez und Rummelsburger Bucht zu sichern, fasst der Bezirk noch andere Maßnahmen ins Auge. Rund 20 Millionen Euro sollen in den Umbau des gegenwärtigen Polizeistandorts in der Hauptstraße 8 und 9 als Grundschule für bis zu 430 Schülern fließen. Wann mit dem Umbau zu rechnen sei, ist jedoch noch nicht geklärt.

Derzeit wird zudem ein 70 000 Quadratmeter großes Grundstück an der Fischerstraße daraufhin geprüft, ob hier ein neuer Gemeinschaftsschulstandort für rund 900 Schüler entwickelt werden könnte, informierte Nünthel auf der BVV. Doch auch hier sind noch viele Dinge im Vorfeld zu klären: Das Grundstück ist beispielsweise noch nicht erschlossen.

Auch die Friedrichsfelder Grundschule soll entlastet werden. Vorgesehen ist ein Schulneubau auf dem Grundstück in der Sewanstraße 43, in dem dann insgesamt rund 430 Schüler unterrichtet werden könnten. Die Realisierung könnte bis Mitte 2019 erfolgen. Noch muss aber eine detaillierte Planung erfolgen. KW
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